„Jugend debattiert”: Hart diskutiert, fair im Umgang

Von: Amien Idries
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Diskutieren, argumentieren, überzeugen: Im Geschwister-Scholl-Gymnasium fand die Aachener Finalrunde im Bundeswettbewerb „Jugend debattiert statt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Deutlich gesitteter und fokussierter als bei Plaßberg, Illner und Co ging es in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums (GSG) zu. Schüler des Pius-Gymnasiums, des GSG und des Rhein-Maas-Gymnasiums trafen sich, um den Debattier-Meister 2009 „auszudiskutieren”.

Anlass war der Bundeswettbewerb „Jugend debattiert”, den die Hertie-Stiftung organisiert und der bereits zum siebten Mal stattfindet.

Debattenkultur pflegen

„Bei diesem Wettbewerb geht es nicht darum, einen Andersdenkenden mit Hilfe rhetorischer Kniffe verbal über den Tisch zu ziehen”, erläutert Klaus Becker, Rektor des GSG, „die Schüler sollen vielmehr lernen, eine bestimmte Debattenkultur zu pflegen und den Diskussionsgegner ernst zu nehmen.” Dies fördere nicht nur die sprachliche Bildung, sondern trage auch zur Meinungs- und Persönlichkeitsentwicklung bei.

Zwei Vorrunden hatten die acht Finalisten zu überstehen, bevor sie ihre Debattierkunst in der vollbesetzten Aula zum Besten geben konnten. „Soll Fernsehwerbung für Alkohol verboten werden?” lautete eine der Streitfragen, denen sich die Schüler, aufgeteilt in Pro- und Contra-Teams, zu stellen hatten. „Wir haben die Themen vor sieben Tagen erhalten und konnten uns einarbeiten”, erklärt Benedikt Quarch (15), der das Finale der Sekundarstufe I gewann. „Ob wir allerdings als Befürworter oder Gegner der Leitfrage agieren sollen, wurde uns erst eine Viertelstunde vor Debattenbeginn gesagt.”

So waren die Debattanten bestens auf das Thema und die Argumente ihrer Diskussionsgegner vorbereitet, und es entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch, der in der Sache hart, im Umgang aber stets fair war. „Um die Fairness zu wahren, erhalten die Schüler ein Debattentraining”, erläutert Guido Schins, der am GSG unterrichtet, „darüber hinaus gibt es Zeitregeln, die eingehalten werden müssen.” Nach je zwei Minuten Eingangsstatement, zwölf Minuten freier Aussprache und einer kurzen Schlussrunde war das Wichtigste gesagt, und die Juroren zogen sich zu ihren Beratungen zurück.

„Wir bewerten die Teilnehmer im Hinblick auf Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft”, so Gaby Debye-Göckler, Mitarbeiterin der Hertie-Stiftung, „dabei ist uns besonders wichtig, dass jeder ein individuelles Feedback erhält.” Alexander Prill (17), Gewinner der Sekundarstufe II, wurde beispielsweise „breites Fachwissen und strukturierte Argumentation” attestiert.

Im März findet für die Erst- und Zweitplatzierten in Oberhausen die Qualifikation für das NRW-Finale statt. Und wer weiß, vielleicht wird ja der eine oder andere der Aachener Schüler in Zukunft die Debattenqualität im Fernsehen steigern.

Die Finalsieger

Die Finalsieger: Sekundarstufe I: 1. Benedikt Quarch (Pius), 2. Sebastian Bock (GSG), 3. Christopher Schwanen (Pius), 4. Armin Gatz (Pius). Sekundarstufe II: 1. Alexander Prill, 2. Vanya Ali-Saleh, 3. Aybike Cetin, 4. Rebecca Neuß (alle GSG).
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