Aachen - Jobcenter findet eine neue Heimat

Jobcenter findet eine neue Heimat

Von: Gerald Eimer
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Symbolische Grundsteinlegung für die neue Jobcenter-Zentrale: Von links Gerhard Wittfeld, Jens Kreiterling, Manfred Sicking, Helmut Etschenberg, Jürgen Koch und Stefan Graaf. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Das Jobcenter der Städteregion wird nach Jahren der Zergliederung an verschiedenen Orten in gut einem Jahr wieder unter einem Dach in Aachen zusammenfinden. Zwischen Krefelder Straße und Gut Dämme Straße wurde am Montag symbolisch der Grundstein für den 20-Millionen-Bau gelegt, der Anfang 2015 bezugsfertig sein soll.

Die neue Jobcenter-Zentrale, zuständig für die Unterstützung von rund 53 000 Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfängern in der Region, wird damit auch das Provisorium in Eschweiler beenden, wohin die Verwaltungsspitze Anfang 2010 verlegt wurde. „Ich habe immer gesagt, dass dies nur eine vorübergehende Lösung sein wird“, erklärte Städteregionsrat Helmut Etschenberg am Montag, der damit auch auf die damalige Verstimmung zwischen Stadt und Städteregion einging.

Nun also kehrt die Behörde vereinbarungsgemäß nach Aachen zurück, was bei der Grundsteinlegung allseits begrüßt wurde. „Suboptimal“ sei die bisherige Zergliederung, meint Aachens Sozialdezernent Manfred Sicking. Künftig werden interne Absprachen wieder einfacher, blickt Jürgen Koch, Geschäftsführer der Arbeitsagentur, nach vorne. Und auch für die „Kunden“ werde es leicht, „den Durchblick zu behalten“.

370 Mitarbeiter im Neubau

Auch Jobcenter-Chef Stefan Graaf freut sich, dass die Zeit „der reisenden Büros“ zu Ende geht. Rund 370 Mitarbeiter werden in dem Neubau unterkommen und alleine in Aachen rund 26 000 Menschen betreuen. Die Arbeit der Außenstellen in der Region bleibt davon unberührt.

Sowohl Graaf als auch Sicking verbinden mit dem Bau der neuen Zentrale auch die Hoffnung auf neue Ideen vor allem gegen die Langzeitarbeitslosigkeit, „dieses Krebsgeschwür für die Menschen in der Region“, wie Graaf es ausdrückte.

Unterdessen gingen Gerhard Wittfeld vom Büro kadawittfeld­architektur und Jens Kreiterling vom Projektentwickler Landmarken AG auch auf die städtebauliche Bedeutung des neuen fünfgeschossigen Baus mit rund 12 000 Quadratmeter Nutzfläche ein. Als neuer Mieter sei das Jobcenter der „Impulsgeber für das Quartier Nord“, das sich an der Krefelder Straße entwickle, meint Wittfeld.

Denn um den Neubau herum plant die Landmarken AG in einer „Vision 2030“, die ehedem so gesichstlose Aachener Einfallstraße weiter aufzuwerten. Unweit von neuem Tivoli und Finanzamt ist architektonisch somit weiterhin viel in Bewegung, wie Kreiterling klarmacht. Landmarken besitzt dort mehrere Grundstücke, die nach und nach für neue Unternehmen und Geschäfte entwickelt werden sollen. Auch ein Parkhaus ist geplant.

Das neue Jobcenter wird aber auch mit Bussen gut zu erreichen sein. Es zeichne sich durch ein „zurückhaltendes Erscheinungsbild“ aus. Oder wie Wittfeld es ausdrückte: „Es strahlt die Angemessenheit der Aufgabe aus.“ Zu protzig also soll es nicht werden, wenngleich sich aber Beschäftigte und „Kunden“ gleichermaßen wohlfühlen sollen. Wittfeld: „Es wird ein ordentliches Gebäude, aber sehr wirtschaftlich in seiner Gänze.“

Auch Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram, der in gut einem Jahr die Jobcenter-Spitze wieder ziehen lassen muss, war bei der Grundsteinlegung in Aachen dabei. Was mit den freiwerdenden Räumen an der Eschweiler Steinstraße passiert, ist offen. Bertrams klare Forderung heißt jedoch, „dass da wieder Arbeitsplätze reinmüssen“.

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