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Jetzt sind die Reihen wieder geschlossen

Von: Martina Feldhaus
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Hier ist die Lücke noch zu sehen: Vorne in der Mitte fehlt am Sonntag ein roter Karl – nicht mal einen Tag nach Eröffnung der Ottmar Hörl-Installation. Mittlerweile ist die Figur ersetzt worden. Stadt und Künstler hoffen jetzt, dass jetzt keiner mehr entwendet wird. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Hans Poth will dem Karl-Dieb noch eine Chance geben. „Wenn er den roten Karl, der jetzt noch vermisst wird, einfach früh morgens ins Rathausfoyer stellt, werden wir das Ganze einfach vergessen“, sagt der Pressesprecher der Stadt.

Am Wochenende, am Sonntagmorgen, also nicht mal einen Tag nach Eröffnung der Karls-Installation auf dem Katschhof, hatten schon zwei Langfinger zugegriffen.

Ein roter und ein goldener Karl wurden entwendet. Letzterer war jedoch flugs zurück, weil der Dieb das schwergewichtige Stück auf der Flucht in der Klappergasse direkt wieder fallen ließ. Der rote Kaiser aber wird weiterhin vermisst. „Wir haben allerdings Hinweise aus der Bevölkerung und sind dem Dieb auf der Spur“, sagt Poth. Gnädig will man aber sein und Straferlass bei baldmöglichster Rückführung gewähren.

Eine Lücke – wie in unserem Bild oben – klafft in Künstler Ottmar Hörls Karl-Raster trotzdem nicht mehr. Schon Montag ist die fehlende Figur ersetzt worden, wie Werner Schlösser, Touristik-Chef in Aachen, mitteilt. „Die Installation ist wieder vollständig.“ In diesem Fall, so Schlösser, habe man noch einen Karl in Reserve gehabt. „Wenn aber weitere geklaut werden, müssen wir nachproduzieren lassen. Die Figuren sind natürlich versichert, deshalb ist das kein Problem.“

Und auch der Käufer der bislang verschwundenen – und bereits signierten und nummerierten – Skulptur hat durch den Klau keinen Nachteil, bekräftigt der Touristik-Chef. „Er wird nach Ende der Ausstellung einen roten Karl mit genau derselben Nummer und natürlich einem Zertifikat vom Künstler persönlich bekommen, wie alle anderen auch.“ Das gelte auch für weitere Kaiser, so sie denn abhanden kommen sollten.

Denn das liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Schließlich sind bisher bei so gut wie jeder Hörl-Aktion mit Figuren im öffentlichen Raum welche gestohlen worden, zum Teil bis zu 100 Stück. Schlösser hofft natürlich, dass es in Aachen nicht so weit kommt. Dafür ist der Wachdienst jetzt „personell verstärkt worden“. Auch Ordnungsamt und Polizei seien – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – bereit, Hilfestellung zu leisten. Und seit Montagabend unterstützt noch einer den 24-Stunden-Dienst vor Ort: Ein Wachhund ist mit von der Partie.

Schlösser sieht das alles jedenfalls sportlich. „Wenn man mit so einer Aktion so viel Aufsehen erregt, interessieren sich auch Leute für die Figuren, die nicht dafür zahlen wollen. Aber diese Kunst ist vervielfältigbar. Jeder kriegt im Anschluss seinen Karl mit der ihm zugesprochenen Nummer.“

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