Jetzt herrscht wieder Frieden im Wiesental

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Frieden im Wiesental: Die Eini
Frieden im Wiesental: Die Einigung vollbrachten (von links) Bernd Botzenhardt, Martin Fauck, Hajo Plum, Petra Senden, Helmut Theunissen, Josef Mandelartz, Ulla Wessels, Stefanie Weitenberg, Karl Schmetz, Joachim Weniger und Michael Stahlmann. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Martin Vauck, momentan Leiter des Planungsamtes, wusste am Freitagnachmittag gar nicht so recht, wie im geschah. Der Verhandlungsführer der Stadt in Sachen Dauergartenanlage Wiesental fand sich plötzlich als Stammvater von „176 Kindern der Anlage” wieder, dies vor versammelter Mannschaft im Vereinsheim der Gartenfreunde an der Jülicher Straße.

Seine Braut in Gestalt der Kleingartenvertreterin Petra Senden brachte die reiche Kinderschar mit in die „Ehe”, wie sie mit einem spitzbübischen Lächeln kundtat.

Der Riesenkrach um die mögliche Durchschneidung des Gartengebietes durch neue Zuwegungen zur Wurm (sogenannte Grünfugen) brach vor beinahe zwei Jahren zwischen der Stadt und dem Verein los und brachte die Wiesentaler dermaßen in Rage und auf die Barrikaden, dass sie sogar im Planungsausschuss wie im Rathaus heftig gegen die städtischen Pläne demonstrierten.

Die gestrige Einigung unter Anleitung des Volkswirts Michael Stahlmann sowie der Familienmediatorin Ulla Wessels ist in der Tat ein beinahe einmaliger Vorgang. Die Beteiligten jedenfalls, die an dem erfolgreichen Mediationsverfahren teilnahmen, äußerten sich bei der Unterzeichnung der Verträge zwischen der Stadt, der Gewoge und dem Kleingartenverein höchst zufrieden.

Stahlmann lobte die einstigen Streitparteien über den grünen Klee. Es seien nicht nur Kompromisse im klassischen Sinnen gefunden worden, meinte der Mediator. Es sei sogar eine völlig neue Qualität in dieser hauptsächlich von Petra Senden eingefädelten und dann besiegelten Ehe erreicht worden. Kein Wunder, denn die vom Vorsitzenden Josef Mandelartz und dem Vorsitzenden des Stadtverband der Aachener Familiengärtner, Hajo Plum, hoch gelobte Petra Senden schaffte es mit viel Fingerspitzengefühl, völlig neue Lösungen zu finden.

So wehren sich die Kleingärtner, obwohl ihre Anlage des Öfteren Opfer von Vandalismus war, nicht mehr gegen eine wenigstens partielle Öffnung. Ganz vom Tisch ist die Absicht, bis zu 40 Gartenparzellen den neuen Wegen zu opfern. Hier sind andere Lösungen gefunden worden. Eine geht (wir berichteten) über den Festplatz zur Wurm, eine soll den Weg vom Spielplatz aus zum Flüsschen nehmen. Und eine dritte führt über das angrenzende Schulgelände.

„Bei jedem Stein, der bewegt wird”, freute sich Senden, „müssen wir gefragt werden”. Und man behalte trotz der Öffnung der Anlage, die allerdings nachts ab 24 Uhr wieder abgeschlossen wird, das Hausrecht. Das brauche man etwa, um möglicherweise rücksichtslose Radfahrer zu disziplinieren. Vauck betonte, dass die Attraktivität der Anlage und des Umfeldes einschließlich des Weges an der Wurm erhöht werden sollen. Etwa freiwerdende Parzellen, so der Vorschlag, sollen Grün- oder Gemeinschaftszonen werden.

Für ihre großen Verdienste in dieser Sache zeichnete Hajo Plum Petra Senden mit der Silbernen Ehrennadel der Familiengärtner aus. Für seine unerschütterliche Durchhaltekraft wurde der Vorsitzende der Wiesentaler, Josef Mandelartz, mit der Goldenen Vereinsnadel des Landschaftsverbandes Rheinland der Gartenfreunde dekoriert.
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