Jetzt flitzen Elektroroller durch die Stadt

Von: Georg Dünnwald
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Dezernentin Annekathrin Grehling wollte am liebsten sofort mit dem Elektroroller losfahren, Stawag-Vorstand Peter Asmuth jedoch übergab später das Fahrzeug einem städtischen Betrieb. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Demnächst wird sich so mancher verwundert die Augen reiben und sich fragen: „Ist da nicht eben ein Motorroller vorbei geflitzt?” Gehört hat er nämlich so gut wie nichts.

Mehrere Ämter der Stadt sind jetzt von der Stawag mit insgesamt acht Eletrorollern ausgestattet worden, für einen zweijährigen Feldversuch der RWTH und der Stawag.

Die Elektrofahrzeuge sind extrem leise, ein wenig brummen sie. Das wird im Sommer die Innenstadtbewohner freuen, wenn sie abends bei geöffnetem Fenster fernsehen und nicht durch aufgedrehte Benzinmotoren an Krafträdern gestört werden.

„Die Umwelt ist unser gemeinsames Anliegen”, begründet Ordnungs- und Rechtsdezernentin Annekatrin Grehling, die den zuständigen Amtsleitern ordnungsgemäß die dazugehörenden Verträge übergab. „An der Luftverbesserung hat die Stadt ein großes Interesse”, sagt sie und hofft, dass nach dem Erprobungsprojekt weitaus mehr Menschen Nutzen ziehen können.

Stawag-Vorstand Peter Asmuth ist regelrecht begeistert: „Die Stadt Aachen wird Modellregion für Elektroroller.” Er weiß, dass es brauchbare Elektroautos „erst in Jahren” geben wird, die Industrie arbeite daran. Und steht mit seinem Energieversorgungsunternehmen und der Aachener Eliteuniversität dafür, dass nicht mehr als 120 Gramm Kohlendioxid in die Luft abgegeben werden.

„Deshalb nutzen wir für unseren Versuch nur Strom aus erneuerbaren Energien”, und meint damit den Strom von den Vetschauer Windrädern, aber auch von Solaranlagen. „Wenn wir mit Strom aus Kohlekraftwerken tanken, wäre das nicht so sinnvoll, weil 160 Gramm Kohlendioxid ausgestoßen würden.” Jetzt wird bei der Stawag überlegt, wie ein Netz von Stromtankstellen aufgebaut werden. „So einfach ist das gar nicht.”

Am Super C und am Apag-Parkhaus Mostardstraße sind schon Zapfstellen vorhanden, womit auch Autos aufgeladen werden können. „Seinen Roller kann man aber notfalls auch zu Hause in der Garage mit Strom versorgen.” Eine leergefahrene Batterie brauche dafür acht Stunden, „damit hat das Fahrzeug eine Reichweite von bis zu 60 Kilometern”. Elektroautos, die in ein paar Jahren auf den Markt kämen, benötigten nach Auskunft der Automobilindustrie 3,8 Kilowatt, „dafür brauchen wir das Tankstellennetz, damit wegen eventueller Überlastung die Netze nicht ausfallen”. Die Roller sind mit Metallhybrid-Batterien ausgestattet, „das ist noch nicht das Optimale”, weiß Asmuth.

Die städtischen Fachbereiche setzen die Fahrzeuge nun für kurze Trips ein. „Wir haben immer mal draußen zu tun”, erklärt der Fachbereichsleiter Immobilienmanagement, Edmund Feiter. Auch das Theater Aachen, der Fachbereich Umwelt und das Ordnungsamt sind mit Rollern bedacht worden. „Keine Angst, unsere Leute werden damit nicht in den Fußgängerzonen unterwegs sein”, bekräftigt Ordnungsdezernentin Grehling.

Erkenntnisse verwerten

Die Erkenntnisse der flitzenden städtischen Mitarbeiter werden von der RWTH verwertet, um optimale Daten erheben zu können, „denn vieles wissen wir noch nicht”, gibt Asmuth zu. Er weiß aber, dass so mancher Zeitgenosse die Abhängigkeit vom Öl langsam leid ist.

Die Hochschule selbst und auch die Stawag haben ebenfalls zusammen zwölf Roller in Betrieb, die in der Anschaffung so viel kosten wie „normale” Benzinkisten. „Aber für 70 Cent können 100 Kilometer gefahren werden”, frohlockt Asmuth.

Deshalb gibt´s von der Stawag demnächst auch für die Anschaffung eines Elektrorollers 100 Euro Zuschuss oder ein Aseagticket für ein halbes Jahr. Das gilt auch für Elektrofahrräder.
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