Jazzbühne im Grenzlandtheater bietet ein musikalisches Feuerwerk

Von: Jule Klieser
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„Ufa-Schlager” aus den 30er bis 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts standen im Mittelpunkt der „Jazzbühne im Grenzlandtheater. Saxophonist Heribert Leuchter und seine Band begeisterten das Foto: Ralf Roeger

Aachen. Vergnüglich und schwungvoll starteten die Besucher des Grenzlandtheaters in den Sonntag. Saxophonist Heribert Leuchter mit seiner Band Swing.it und Intendant Uwe Brandt als Moderator versetzten in einem musikalischen Feuerwerk jeden in gute Laune, der es bis dahin noch nicht war.

Kein Wunder, dass die Reihe „Jazzbühne” des Grenzlandtheaters dermaßen beliebt ist, jeder Platz im Saal war besetzt. Mit „Wir machen Musik” öffneten die fünf Musiker gleich die Herzen und Ohren der Zuhörer für das große Thema „Ufa-Schlager” aus den 30er bis 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Die Rhythmen der flotten Tanzmusik oder die schwülstige Untermalung der Filme aus jener Zeit hatte sicher jeder noch im Sinn.

So super lustige Liedertexte, gesungen von Axel Herrig, hatte aber wohl keiner erwartet. Die alten Unterhaltungskomponisten und -dichter kannten beim Reimen offensichtlich keine Gnade. „Unter den Pinien von Argentinien hab´ ich mich so sehr in dich verliebt, bei den Bananen, begann ich zu ahnen, dass es keine größere Liebe gibt.” Spätestens, als Uwe Brandt die „großartigen Texte” kommentierte, bog sich das Publikum vor Lachen.

Viele alte Perlen

Locker flockig ging es in den Liedern von Friedrich Hollaender, Franz Grothe oder Peter Kreuder zu. Sogar Heinz Erhard hat seine Späße passabel vertont. „Sie ist ´ne Tippmamsell und ich bin Junggesell” heißt es in Erhards jazzigem Stück „Luisenstraße 13”. „Swing ist Jazz”, findet Heribert Leuchter, der offenbar viel Spaß daran gefunden hat, alte musikalische Perlen wieder auszugraben. „Die Künstler damals haben es verstanden, gehaltvolle Sachen leicht zu verpacken”, erzählte er über die besinnlichere Seite der damaligen Film- und Swingmusik-Szene.

„Kapitel aus einer schwarzen Zeit” wollten die Veranstalter nicht ganz unter den Teppich kehren. Mit „So schön wie heut” beispielsweise, einem träumerischen Lied von Franz Grothe aus dem Jahr 1941, habe man die Leute besänftigen, ablenken und ruhig stellen wollen, erläuterte Brandt.

Steffen Thormählen am Schlagzeug, Gero Körner am Klavier, Bassist Manfred Hilgers und Heribert Leuchter mit seinem Saxophon zelebrierten die alten Zeiten regelrecht. „Mein Bruder macht beim Tonfilm die Geräusche” ist die Gelegenheit zum Spielen und Blödeln. Das Publikum macht mit. Schließlich soll es mit diversen Tierstimmen zur Geräuschuntermalung beitragen. Oder einen Kinderreim mitsprechen, wenn Herrig singt „Wenn ich vergnügt bin, muss ich singen”. Die Musiker des Quartetts kommen richtig in Fahrt, nicht nur, weil der „D-Zug-Führer Hochzeit macht”.

Richtig enttäuscht war das Publikum, als das letzte Stück angekündigt wurde, und der Applaus wollte am Schluss kein Ende nehmen. Doch Uwe Brandt hatte noch eine gute Nachricht. Bei der nächsten „Jazzbühne” soll es um Benny Goodman gehen. Der Termin wird noch bekannt gegeben.
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