Jährlich helfen sie 15.000 Menschen aus der Misere

Von: Georg Dünnwald
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Im Aachener Hauptbahnhof hat die Bahnhofsmisssion einen eigenen Schaukasten, in dem Plakate auf den Tag der offenen Tür hinweisen. Elke Dibba-Schreiber freut sich schon jetzt auf kommenden Samstag. Foto: Roeger

Aachen. „Unser Motto heißt Lass Dich vom Leben überraschen - Freiwillig engagieren in der Bahnhofsmission, deshalb verteilen wir kostenlos Kekskärtchen und Wäffelchen”, ist Elke Dibba-Schreiber jetzt schon aufgeregt, wenn sie an den kommenden Samstag, 21. April, um 12 Uhr die Tür der Bahnhofsmission an Gleis 1 des Hauptbahnhofs eröffnet.

Bundesweit wollen sich am Wochenende alle Bahnhofsmissionen präsentieren und ihre Arbeit vorstellen. Gemeinsam mit Dorothee Esch-Nienaß von der katholischen Organisation Invia (Caritas) leitet Elke Dibba-Schreiber (evangelische Diakonie) die Aachener BahnhofsmissionVier Angestellte, zwei Ergotherapie-Studenten und ständig rund 25 ehrenamtlich tätige Mitarbeiter bemühen sich mit den beiden Damen um die etwa 15.000 Menschen, die im Laufe eines Jahres Hilfe suchen oder nur einen Rat brauchen. Die Ehrenamtlichen sind zwischen 17 und 74 Jahre alt.

Elke Dibba-Schreiber beschreibt mit viel Engagement die Arbeit des besonderen Sozialraums, der neben vielen Reisenden Menschen anzieht, die Hilfe und Unterstützung brauchen, Rastlose, Unruhige, Traurigen, Vereinsamten, Suchenden, Männern, Frauen und auch Kindern Zuspruch gewährt. Es sprudelt nur so aus der Frau heraus: „Manchmal geht es nur um ein Gespräch, eine Tasse Kaffee, ein Moment der Ruhe, um Wärme und Geborgenheit.” Oft aber müsse das Hilfesystem aktiviert werden, das in der Stadt als soziales Netz gut geknüpft scheint.

Viele helfen

Daran beteiligt sind das Sozial- und Ausländeramt, der Behindertenbeauftragte, die Stabsstelle „Älter werden in Aachen”, das Schul- und das Gesundheitsamt, das Ordnungsamt, die Freiwilligenzentrale, das Jugendamt mit seinen Streetworkern, das Café Relax der Suchthilfe, dem Arbeitskreis Straffälligenhilfe, die Frauenfachberatung und die Wärmestube der Wabe, die Franziska-Schervier-Stube, das Don-Bosco-Haus und das Café Plattform. „Das sind die, die mir gerade einfallen, es gibt noch vielmehr Institutionen, die sich um Menschen kümmern”, sagt die Bahnhofsmissionschefin. Sie erzählt aus dem Nähkästchen: Vor einigen Wochen wurde von Bahnbediensteten ein acht-, neunjähriger Junge zu uns gebracht, der uns vorflunkerte, zu seinem von der Mutter getrennt lebenden Vater nach Frankfurt mit Einwilligung beider Eltern zu reisen. Die Bundespolizei hatte aber schnell geklärt, dass der Junge ohne Wissen seiner Eltern unterwegs war.”

Das Verhältnis zur Bundespolizei sei sehr gut. „Die haben von uns einen Schlüssel, damit hilflose Alleinreisende die Möglichkeit haben, in unseren Räumen zu übernachten.” Im Bahnhof Rothe Erde, so erzählt Dibba-Schreiber weiter, sei eine Frau aufgegriffen worden. „Über die Mitfahrzentrale war sie aus München nach Aachen gekommen. Sie hatte keinen Cent mehr in der Tasche. Ihr kleines Kind hatte sie zu Hause gelassen, sie wollte sich mit einem Mann treffen, der aber nicht zum vereinbarten Zeitpunkt kam. Das war an einem späten Freitagnachmittag. Wir haben Hilfe bei den umliegenden Pfarren gesucht, die haben die Fahrkarte zurück bezahlt, bis zur Abfahrt des Zuges konnte sie bei uns bleiben.”
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