Aachen - Isabell Goetz kämpft im Käfig für die Freiheit der Tiere

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Isabell Goetz kämpft im Käfig für die Freiheit der Tiere

Von: Christiane Krahl
Letzte Aktualisierung:
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Isabell Goetz demonstriert am Aachener Kugelbrunnen, wie sich Tiere in Pelzfarmen fühlen müssen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Zusammengekauert sitzt die junge Frau in einem kleinen Käfig. Sie hat nur einen Quadratmeter, kann sich nicht strecken, nicht aufstehen oder sich hinlegen. Sie trägt einen Pelzmantel und auf ihren nackten Beinen sind rote Pinselstriche gemalt, die an Blut erinnern sollen.

„Ich fühle mich allein, und die Leute interessiert es nicht, dass ich gefangen bin”, sagt Isabelle Goetz. Die Französin ist eine europäische Kampagnenleiterin der Tierschutzorganisation Peta.

Goetz und ihr Kolleginnen wollen mit dieser Aktion am Kugelbrunnen in der Innenstadt auf die grausamen Zustände auf Pelzfarmen in aller Welt aufmerksam machen. Sie verteilen Flugblätter mit Bildern von geschundenen Waschbären und Füchsen, die in Käfigen, die nicht größer sind als Apfelsinenkisten, zu viert zusammengepfercht sind.

Passantin Mechthilde Görtz schüttelt den Kopf beim Anblick der Fotos. Es sei traurig, dass Menschen Tieren so etwas antäten, sagt sie. „Die Tiere fühlen doch genau wie wir.” Auch für die 15-jährige Katharina steht fest: „Ich bin gegen Tierpelze!”

Trotzdem ist die Nachfrage zum Beispiel in der Bekleidungsindustrie nach Tierpelzen immer noch groß. Deswegen gibt es in Skandinavien, den USA oder China unzählige Pelzfarmen, auf denen Nerze, Füchse oder Waschbären gehalten werden. Auch in Deutschland gibt es rund 30 Farmen. „Die Tiere sind Wind und Wetter ausgesetzt und haben oft wenig Nahrung, kaum tierärztliche Versorgung”, beschreibt Kampagnenleiterin Tanja Wiemann das Leid der Tiere. Im Alter von rund acht Monaten, wenn das Fell dick genug sei, würden die Tiere mit einem Stromstoß oder Genickbruch getötet, so Wiemann. In China erleiden die Pelztiere oft noch grausamere Tode, denn dort gibt es keinen gesetzlich geregelten Tierschutz.

Nachfrage senken

Das Ziel der Peta-Kampagne ist es deswegen, Menschen dazu zu bewegen, keine Pelze mehr zu kaufen. Auf diese Weise sinkt die Nachfrage und die Pelzfarmen werfen keinen Gewinn mehr ab. Vergrößerte Käfige oder ähnliche Maßnahmen würden nicht ausreichen, um die Tiere artgerecht zu behandeln, denn Wildtiere dürften nicht in Gefangenschaft leben, erläutert Wiemann den Hintergrund.

Wiemann und ihre Kollegin Isabelle Goetz sind schon in aller Frühe aus Stuttgart in Richtung Aachen aufgebrochen, um hier ihre Kampagne zu starten. Am selben Tag wollen sie noch nach Maastricht und Amsterdam reisen, um dort mit ähnlichen Aktionen auf die Qualen der Pelztiere aufmerksam zu machen. Weitere Stationen sind außerdem in Utrecht oder Eindhoven geplant. In Deutschland haben sich die Peta-Mitglieder schon in Brandenburg und Potsdam mit ihrer Käfig-Aktion für den Tierschutz eingesetzt.

Isabelle Goetz beginnt in ihrem kleinen Käfig langsam zu frieren, doch der Einsatz ist ihr wichtig. „Ich bin nur für eine Stunde eingesperrt, aber die Tiere sind es ihr Leben lang. Das ist nicht mit dem Leid der Tiere zu vergleichen”, sagt sie.
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