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Interkulturelles Treffen in der Nadelfabrik

Von: Martina Stöhr
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Erfolg kennt erstens keine Herkunft und hat zweitens viele Gesichter: Das beweisen Ines Grohmann, Stefanie Grohmann-Troll, Christine Rufine Evina, Imna Pinchuchenko und Iris Kreitzer im Gespräch mit Moderator Achim Kaiser (von links). Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Folgen Sie ihrer weiblichen Intuition und verfolgen Sie Themen, für die Sie brennen.“ Diese Botschaft bekamen die Besucherinnen der Tagung „Erfolg kennt keine Herkunft“ mit auf den Weg. Das Kompetenzzentrum Frau und Beruf, Zweckverband Region Aachen, hatte gemeinsam mit dem interkulturellen Netzwerk Aachen (INA) eingeladen, um beruflich engagierte Frauen miteinander in Kontakt zu bringen.

Und tatsächlich bot sich ein buntes Bild an unterschiedlichen Nationalitäten in der Nadelfabrik. Christine Rufine Evina aus Kamerun erzählte von ihrem beruflichen Werdegang. Und der war alles andere als leicht. Sie hat in Deutschland Maschinenbau studiert, fand danach mit ihrem afrikanischen Pass aber keine Anstellung. Erst als ein Unternehmer den beschwerlichen Weg in Kauf nahm, um sie als Nicht-EU-Bürgerin dennoch einzustellen, bekam sie einen Job. Und stellte dabei fest: „Das reicht mir nicht.“ Sie beschloss, eine Firma zu gründen und damit auch in ihrem eigenen Land aktiv zu werden. Heute versucht sie, deutsche Firmen nach Afrika zu bringen. Ihre Themen dabei sind Rohstoffe, Umwelt, Energie und Wasser. An Ebola und seinen Folgen kommt auch sie nicht vorbei. „Afrika hat 54 Länder und nur drei haben Ebola“, sagt sie und beklagt die Vorbehalte gegen den gesamten Kontinent.

Kind und Beruf

Ihre Kinder und ihren Beruf als Unternehmerin unter einen Hut zu bringen, sei die größte Herausforderung in ihrem Job, sagt sie. Damit steht sie nicht alleine.

Auch Inna Pinchuchenko aus Kasachstan meint, es sei wichtig, bei all der Arbeit das eigene Kind nicht aus den Augen zu verlieren. Sie hat in Heinsberg einen Pflege- und Betreuungsdienst ins Leben gerufen und sagt: „Man muss sich selbst und seine Grenzen sehr gut kennen. Und man darf sich von seinem Weg nicht abbringen lassen.“ Pinchuchenkos Ziel: Mit ihrem eigenen Pflegedienst auf dem Markt bleiben. Und dabei mit viel Humor und guter Laune für gute Stimmung sorgen.

„Wir verkaufen ein Produkt, das keiner bezahlen will und das dem Käufer nicht nutzt“, erzählen Stefanie Grohmann-Troll und Ines Grohmann. Die beiden sind verheiratet und führen in Weilerswist ein Unternehmen für archäologische Ausgrabungen. Und obwohl sie in den letzten Jahren „große und tolle“ Aufträge hatten, fürchten sie doch, dass der Markt einbrechen könnte. Der Umgang mit den Auftraggebern sei nicht leicht. Denn die müssen die archäologischen Grabungen bezahlen, bevor sie bauen können, obwohl sie kein Recht auf die Schätze haben, die dabei eventuell gefunden werden. Aber immerhin haben sie die Erfahrung gemacht, dass Frau zu sein bei den Verhandlungen durchaus weiterhelfe. Überhaupt gehe mit Frauen in Führungspositionen alles leichter, meinen sie.

Moderator Achim Kaiser, Lokalchef der „Aachener Nachrichten“, zeigte sich beeindruckt von so viel Frauenpower. Und laut Britta Paulzen von der Universität Wuppertal sollten sich die Frauen nicht beeinflussen lassen in ihrem Tun. Dass Frauen als Unternehmerinnen weniger risikobereit seien und deshalb weniger Erfolg hätten als Männer, sei ein Gerücht. „Erfolg hat viele Gesichter“, sagte sie und ermunterte die Frauen, Unternehmen zu gründen.

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