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Integrative Klassen: Initiative will Plan statt Versprechen

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:
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Sie fordern einen Inklusionsplan für die Aachener Schulen: Ulrike Duyster, Christa Rößler, Helga Rohs und Ute Malmes vom Vorstand des Verein „Gemeinsam leben - gemeinsam lernen”. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Absichtserklärungen reichen nicht mehr. „Konkrete Pläne müssen her”, erklärt der Verein „Gemeinsam leben - gemeinsam lernen”. Die Mitglieder fordern einen Inklusionsplan für die Aachener Schulen.

Im Frühjahr 2009 hat Deutschland die Konvention der Vereinten Nationen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert. Alle Kinder, ob mit oder ohne Behinderung, haben nun das Recht, gemeinsam eine allgemeine Schule zu besuchen.

„Die Schule der Zukunft ist eine inklusive, alle Menschen einbeziehende Schule”, erklärt die Initiative, die sich stark macht für eine gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen.

Nächsten Dienstag, 2. März, wird der Ratsantrag zur Erstellung eines Inklusionsplans im städtischen Bürgerforum behandelt. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses.

Im deutschlandweiten Vergleich stehe Aachen noch gut da, erklärt Vorsitzende Christa Rößler. Die Stadt erreiche immerhin eine Integrationsquote von 25 Prozent. Im europäischen Durchschnitt allerdings besuchen mittlerweile 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung eine allgemeine Schule. Und davon ist Aachen noch weit entfernt.

„Wir wollen verhindern, dass Schulen unvorbereitet auf den Rechtsanspruch der Eltern treffen”, sagt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Ute Malmes. „Und wir wollen verhindern, dass Eltern das Recht ihres Kindes auf integrative Beschulung einklagen müssen.”

Die Stadt, so der Antrag, soll deshalb innerhalb der nächsten zwei Jahre einen Integrationsplan ausarbeiten, der die weitere Entwicklung zur schulischen Inklusion vorbereitet. Aus Sicht des Vereins muss das Ziel sein, die Integrationsquote bis 2019 auf europäisches Niveau, also 80 Prozent, zu steigern.

Die Verwaltung hat allerdings schon erklärt, ein Inklusionsplan könne derzeit nicht erarbeitet werden. Schließlich gebe es weder Vorgaben im Schulgesetz noch einen Erlass zur Sache. Und damit wiederum sei nicht geklärt, wer die Kosten zu tragen habe.
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