Aachen - Integrationsrat schafft den Neuanfang

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Integrationsrat schafft den Neuanfang

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
Sadio Barry (2.v.r.) ist neuer
Sadio Barry (2.v.r.) ist neuer Vorsitzender des Integrationsrats. Als Stellvertreter wurden Bülent Iscan, Paola Blume und Carmelo Licitra (v.l.) gewählt. Foto: Martin Ratajczak.

Aachen. Mit der Wahl eines neuen Vorstands scheint der Integrationsrat in Aachen alle Streitereien beigelegt zu haben und die eigentliche Arbeit endlich aufnehmen zu können. Unter Vorsitz von Sadio Barry will das einzige politische Gremium, das die Interessen der rund 33.000 Ausländer in Aachen vertritt, zu neuen Ufern aufbrechen.

Ihm werden die drei Stellvertreter Paola Blume, Carmelo Licitra und Bülent Iscan zur Seite stehen.

Bemerkenswert reibungslos und weitgehend einvernehmlich ging die Wahl am Mittwoch im Ratssaal des Rathauses über die Bühne. Bemerkenswert deshalb, weil es zuvor schwere Verwerfungen gegeben hatte und sich die Beteiligten mit gegenseitigen Vorwürfen überzogen. In monatelanger Arbeit hat der Mediator Markus Reissen die schlimmsten Risse offenbar kitten können. Höchst umstritten war unter anderem die bereits einmal erfolgte Wahl des Vorstands, bei dem sich für die meisten Beobachter insbesondere die sieben deutschen Ratsvertreter in dem 21-köpfigen Gremium nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatten. Der Vorwurf: Sie hätten in geheimer Wahl geschlossen abgestimmt und Wünsche einer Mehrzahl der ausländischen Vertreter ausgehebelt.

Wie es scheint, konnte zerstörtes Vertrauen wieder hergestellt werden. Durch ihren Rücktritt machte die zunächst gewählte Vorsitzende Blume am Mittwoch den Weg frei für einen Neuanfang.

Der aus Guinea stammende neue Vorsitzende Barry erhielt als einziger Kandidat zwölf Ja-Stimmen, bei 17 abgegebenen Stimmen gab es zudem zwei Enthaltungen und drei Nein-Stimmen. Seine drei Stellvertreter wurden im Block mit 16 Ja- und einer Nein-Stimme gewählt.

„Wir haben mehr als ein Jahr verloren, aber es ist trotzdem nicht sinnlos gewesen”, sagte Barry mit Blick auf die zurückliegenden Querelen. „Wir können nun neu und besser starten.” Er wolle sich für die rechtliche und politische Gleichstellung der Migranten in Aachen einsetzen und für ein gutes Zusammenleben von Deutschen und Migranten werben.

Die verbleibenden drei Jahre, die diesem Integrationsrat noch bis zur nächsten Wahl verbleiben, will Barry unter anderem nutzen, um das Interesse an der Arbeit des Gremiums deutlich zu steigern - was dringend nötig scheint, da die Wahlbeteiligung zuletzt bei kaum noch ernstzunehmenden 3,4 Prozent lag. Zugleich müsse das Vertrauen zwischen Migranten, Politik und Verwaltung deutlich gestärkt werden. Unter anderem möchte er sich für ein Zentrum einsetzen, in dem Migranten in sozialen- und Rechtsfragen beraten werde, in dem Integrationskurse angeboten werden und das auch dazu beiträgt, die schulischen Leistungen von Migrantenkindern zu verbessern.

Barry selbst hat an der RWTH Informatik studiert, er arbeitet heute als Softwareentwickler.
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