Integrationsrat plant für Anfang Mai einen Neustart

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Nach Einschätzung des Mediators Markus Reissen wird der Integrationsrat zehn Monate nach der Wahl endlich seine Arbeit aufnehmen können.

Über mehrere Monate hinweg hat Reissen in zahlreichen Einzelgesprächen und mehreren von ihm moderierten Runden zwischen den teils schwer zerstrittenen Mitgliedern des Integrationsrates vermittelt. Am vergangenen Mittwoch konnte schließlich in nichtöffentlicher Sitzung eine Vereinbarung über die künftige Zusammenarbeit getroffen werden.

Alles deute auf einen konstruktiven Neustart hin, gibt sich Reissen zuversichtlich. „Wir hoffen jetzt die Kurve zu kriegen und Vertrauen schaffen zu können.”

Sein Einsatz war Folge der schweren Verwerfungen, die es im vergangenen Jahr gegeben hat und die dem Integrationsrat größtmöglichen Schaden zugefügt haben. Nach Wahlmanipulationen und Boykottaufrufen gab es bei der Wiederholungswahl im Sommer die kaum noch ernstzunehmende Wahlbeteiligung von 3,4 Prozent ­ dies in dem einzigen Gremium, das die Interessen der rund 33 000 Ausländer in Aachen vertritt

Kungelei vorgeworfen

Gleich in der ersten Sitzung kam es zu einem weiteren Eklat, weil mehrere Listen den sieben Ratsmitgliedern in dem 21-köpfigen Gremium Kungelei bei der Wahl der Vorsitzenden Paola Blume vorwarfen. Sie ist inzwischen zurückgetreten ­ was offenbar unabdingbar für den neuen Burgfrieden war.

Ein neuer Vorstand soll am 4. Mai gewählt werden ­ Voraussetzung dafür ist, dass die schriftliche Vereinbarung zur weiteren Zusammenarbeit von allen anerkannt und unterschrieben wird. Dies soll laut Reissen bis spätestens kommenden Montag passieren. Er hoffe sehr, dass sich dann alle gewählten Vertreter auf die eigentliche inhaltliche Arbeit konzentrieren.

Der Integrationsrat ist das einzige Gremium, in dem Menschen, die nicht in Deutschland geboren wurden, die aber in Aachen leben, politisch mitgestalten können. Der Mangel an Mitsprache führe häufig zu Frust, sagt Reissen. Darin liege möglicherweise auch die Ursache für die jüngsten Konflikte und das Misstrauen zwischen den einzelnen Listen und Ratsvertretern. Ob der „konstruktive Neustart” wirklich gelingt, wird sich in der nächsten regulären Sitzung des Integrationsrats am 4. Mai im Ratssaal des Rathauses zeigen.
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