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Integrationsfestival: Kulturelle Mischung zwischen Ost und West

Von: Amien Idries
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Aachen. Die Community von Menschen mit einem russischen Hintergrund ist in Aachen ziemlich groß. Das berichtet Waldemar Faber vom Verein ART-Hilfe.

„Wir schätzen, dass in der Region etwa 7000 Aussiedler leben. Hinzu kommen zahlreiche Immigranten aus den ehemaligen Sowjetrepubliken”, so Faber. Im Aachener Kulturbetrieb erfahre diese Gruppe kaum Beachtung. Um das zu ändern veranstaltet die ART-Hilfe ein großes Integrationsfestival der Künste, das zu einem Dialog zwischen Ost und West anregen soll.

Anfang März wird die Aula Carolina zum Forum für Maler, Grafiker, Bildhauer, Fotografen, Musiker und Schauspieler, die ihre Wurzeln in Russland, Georgien oder Kasachstan haben. „Wir haben in den letzten Jahren vielfältige Kontakte in die Künstlerszene aufgebaut”, erzählt Faber, der 1992 als Aussiedler nach Deutschland kam. Viele Künstler aus der ehemaligen UdSSR hätten sich als Einzelkämpfer durchgeschlagen.

Mit unterschiedlichem Erfolg: „Wie alle Immigranten stehen auch Künstler vor typischen Problemen”, sagt Fabers Ehefrau Tatjana Jurakowa, die als Regisseurin in Aachen arbeitet. Das Erlernen der Sprache ist ein Problem, und die Anerkennung ihrer in der Sowjetunion absolvierten Ausbildung ein anderes. Aber auch wenn die nach zahlreichen Nachprüfungen gelungen ist, sei das meist nicht das Ende der Probleme. So riet etwa das Arbeitsamt einem diplomierten Musiker zu einer Umschulung zum Altenpfleger.

„Die meisten Künstler, die auftreten oder ausstellen, haben eine professionelle Ausbildung in der ehemaligen Sowjetunion genossen”, sagt Jurakowa. Neben dem „Do-Theatre”, das in Aachen bekannt sein dürfte, treten auch weniger bekannte Künstler auf. Das Figurentheater der studierten Puppenspielerin Tatyana Khodorenko etwa oder der Handglockenchor „Sound of Bells” unter der Leitung von Elena Kelzenberg.

Ein besonderes Erlebnis dürfte das Theaterstück „Lysistrata” des in Leningrad geborenen Schauspielers Alexej Boris werden. Thema ist der Krieg zwischen Athen und Sparta, den vor allem die Frauen satt haben. 14 Frauen treten auf: Boris spielt sie alle.

Eine bunte kulturelle Mischung also, die durch musikalische Darbietungen bereichert wird, und den Besuchern einen breiten Einblick in eine Kultur gibt, die an der Schnittstelle zwischen Ost und West entsteht.

„Dialog Ost-West”

Das Integrationsfestival ist am Samstag, 7. März, und Sonntag, 8. März, in der Aula Carolina, Pontstraße 7-9, Beginn ist 10 Uhr.
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