Aachen - „Integration durch Sport“: Euregio Sports erhält den ersten Preis

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„Integration durch Sport“: Euregio Sports erhält den ersten Preis

Von: Nina Krüsmann
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Lehrbeispiel für ein gelungenes Integrationsprojekt: Für den Kurs „Kämpfen, Ringen und Raufen“ wird der Verein Euregio-Sports beim Tag der Integration ausgezeichnet. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ihre schönsten Kleider haben Cecilia Quijada und Ileana Celina Wolters für diesen Tag aus dem Schrank hervorgeholt: Es ist der 8. Tag der Integration, und die beiden gebürtigen Mexikanerinnen präsentieren auf der Bühne im Eurogress folkloristische Tänze aus ihrer Heimat.

Damit tragen sie zum farbenprächtigen Bild des großen Spektakels bei, das Jahr für Jahr im Zeichen des friedlichen Miteinanders von Religionen und Kulturen in Aachen steht.

Mehr als 200 Organisationen aus Aachen und Umgebung machen mit. Organisiert wird das rund sechsstündige Programm von der Stadt Aachen und dem Büro der Regionaldekane im Bistum Aachen. Koordinator Thomas Hohenschue und Gerd Mertens, Referent im Aachener Büro der Regionaldekane, und ihr 30-köpfiges Team halten dabei die Fäden in der Hand.

Als Vertretung für den Schirmherrn Oberbürgermeister Marcel Philipp eröffnete Dezernentin Susanne Schwier gemeinsam mit Gerd Mertens und Heidemarie Ernst, Integrationsbeauftragte der Stadt, das Programm im Europasaal. Sie ging auf die Problematik der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Aachen ein, die diesmal im Fokus des Tages stand. „Ein wechselseitiges Verständnis und die Solidarität zwischen Menschen sind die Basis für Integration. Der heutige Tag ist dafür ein wichtiges Instrument. In meiner Vision ist so ein Tag irgendwann nicht mehr nötig, weil Integration selbstverständlich geworden ist“, betonte Schwier.

Sie begrüßte den Ehrengast Kemal Sahin. Der Unternehmer aus Würselen sei ein Paradebeispiel für gelungene Integration. In den 70er Jahren war er nach Aachen gekommen und hat dann in der Textilindustrie Kariere gemacht. „Er übernimmt als Unternehmer soziale Verantwortung, unter anderem mit seiner Bildungs-Stiftung“, betonte Schwier. Sahin selbst hielt einen Vortrag über seine „Internationale Karriere mit deutschen und türkischen Tugenden“.

Der Preis des Integrationsrates der Stadt ging in der Kategorie „Person“ an Muteber Kasaci, in der Kategorie „Institution“ an das Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Maria im Tann und in der Kategorie „Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche“ an den Verein „hevi“ und das Projekt „Miteinander lernen“ der evangelischen Familienbildungsstätte im Martin-Luther-Haus.

Ein Herzstück des Tages ist bis heute die vom Arbeitskreis „Dialog der Religionen“ veranstaltete multireligiöse Friedensfeier. Mit bunten Luftballons betraten Vertreter der Weltreligionen die Bühne, sangen alle gemeinsam „We are the world“. Lebendig, tolerant und weltoffen präsentierte sich Aachen in zwei Sälen, auf vier Bühnen, in den Fluren, Foyers, Konferenzsälen und auf dem Außengelände. Von kulinarischen Schlemmereien aus aller Welt bis hin zu Schnupper-Sprachkursen war alles dabei. Und sogar ein richtiger Zirkus hatte sein Zelt aufgeschlagen.

Die Preisverleihung „Integration durch Sport“ stand im Brüsselsaal im Fokus. Den ersten Platz belegte der Verein Euregio-Sports, der mit seinem Angebot „Kämpfen, Ringen und Raufen“ einen integrativen und inklusiven Ansatz verfolgt sowie Gesundheitsprävention und Gewaltprävention miteinander verbindet. Der zweite Preis ging an „Nordsport“, das Angebot der Evangelischen Familienbildungsstätte.

Den dritten Platz erreichte der Verein „Dance Evolution“, der kostenlosen Tanzunterricht für junge Menschen aus dem Ostviertel anbietet. Zwei vierte Plätze erzielten die BG Aachen DJK GW Vaalserquartier und das Geschwister-Scholl-Gymnasium, das in Kooperation mit dem PTSV Boxen insbesondere für Mädchen anbietet. Zwei Anerkennungspreise gingen an den TSC Schwarz-Gelb Aachen und die Arbeitsgemeinschaft Offene Türen.

Zum guten Schluss präsentierte Organisator Mertens zum großen Finale 100 eingebürgerte Menschen aus Aachen und der Region – seine Saalwette war also ebenso wie der gesamte Tag von Erfolg gekrönt.

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