Aachen - Innenstadtkonzept: „Schlüssel zum Erfolg“ liegt am Bushof

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Innenstadtkonzept: „Schlüssel zum Erfolg“ liegt am Bushof

Von: Werner Czempas
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Viele Ideen und angeregte Debatten gab es bei der zwischenbilanz zum Innenstadtkonzept. Stehend von rechts Christiane Melcher, Gisela Nacken, Frank Pflüger und Uschi Placzek-Brand. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Aachener Bürger kümmern sich um die Zukunft ihrer Stadt. Jung und alt machen mit. Wie anregend das für die städtischen Planer sein kann, zeigte sich bei der „Zwischenpräsentation Innenstadtkonzept 2022“ in der Mensa des Gymnasiums St. Leonhard. Rund 100 Bürger diskutierten zur Frage, wie Aachen sich in den nächsten zehn Jahren entwickeln soll.

„Öffentlichkeit herstellen“ ist das Ziel der Stadtverwaltung. Und die Verwaltung hört zu. Das begann mit der Auftaktveranstaltung zur innerstädtischen Entwicklung vor einigen Monaten in der City-Kirche. Seitdem haben sich viele Bürger in mehreren Arbeitskreisen mit der Zukunft der Stadt beschäftigt. Wohnen, Mobilität und Umwelt sowie Stadtmarketing-Handel-Freizeit-Kultur-Tourismus waren die thematischen Schwerpunkte. Naturgemäß „kam eine gewaltige Wunschliste zusammen“, so ein Teilnehmer bei der Zwischenpräsentation.

„Wir haben viel gelernt“, versicherte denn auch Planungs- und Baudezernentin Gisela Nacken. In den vergangenen zehn Jahren seien 72 Millionen Euro öffentliche Gelder in die Innenstadt investiert worden. Nun gelte es, für weitere Förderungen durch das Land bis zum Sommer 2014 aus den vielen Anregungen der Bürger die Leitziele des Innenstadtkonzepts für die nächsten zehn auszuarbeiten. Nach der kommunalpolitischen Abstimmung werden auch sie in einer „öffentlichen Abschlusspräsentation“ vorgestellt. Bemerkenswert eine statistische Erfahrung: Jeder öffentlich investierte Euro löst acht Euro an privaten Investitionen aus.

Bei der Zwischenpräsentation in St. Leonhard stand das Ziel „Bushof und Umfeld“ im Mittelpunkt. „Der Schlüssel zum Erfolg des Innenstadtkonzepts liegt zwischen Büchel und Hansemannplatz, zwischen Alexanderstraße und Willy-Brandt-Platz“, führte Stadtplaner Frank Pflüger vom koordinierenden Büro HJPplaner Aachen aus. „Bushof und Umfeld“ sei dabei das zentrale Thema, ergänzte Christiane Melcher von der Fachbereichsleitung Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen.

Der Komplex sei mit Bussen, Volkshochschule und naher Öffentlicher Bibliothek ein wichtiger innerstädtischer Raum, wo es tagsüber auch brechend voll sein, wo sich im „Beton-Brutalismus“ aber niemand mit wirklicher Begeisterung aufhalte. Melcher: „Die merkwürdige Struktur des Bushofs ist kein wirklich schöner städtebaulicher Raum.“

„Achsenkreuz“ für Umsteiger?

Ein städtebaulicher Wettbewerb werde deshalb eine „Entwicklungsperspektive für den Gesamtraum und ein tragfähiges Nutzungskonzept“ ausloben. Der Bushof müsse als zentraler Busumstieg erhalten, aber modernisiert werden. Der Busumstieg sei über ein „Achsenkreuz“ Peterstraße-Seilgraben-Blondelstraße zu organisieren. Was prompt „Bauchschmerzen“ bei einem Bürger auslöste und die Mahnung, die Wege zwischen den Bus-Verbindungen müssten bei einem „Achsenkreuz“ kurz bleiben, „sonst ist für Umsteiger der Bus weg“.

Weitere Ziele des Wettbewerbs zum Thema Bushof und Umfeld : städtebauliche Neuordnung des Gesamtbereichs, Beibehaltung von VHS und Bibliothek am Platz, Plätze und Freiräume mit Aufenthaltsqualität, baukulturell hochwertige Gebäude. Christiane Melcher: „Dort kann nichts Beliebiges entstehen.“ Den Gebäudekomplex modernisiert erhalten, nur Teile davon oder ihn komplett abreißen – Fragen, die der Wettbewerb klären müsse.

Hinweise, den Bereich Hauptbahnhof zum zentralen Umsteigeplatz umzubauen, konterte Dezernentin Nacken: „Diese Frage ist intensiv von vielen Fachleuten untersucht worden. Wir brauchen einen zentralen Umsteigeplatz für alle Nutzer in der Stadt, am Hauptbahnhof macht er keinen Sinn.“

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