Innenstadtkonzept 2022 für Aachens City gestartet

Von: Wolfgang Schumacher
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Auftakt zum Innenstadtkonzept 2022 in der City-Kirche: In Gesprächsgruppen sammelten sich die Teilnehmer um die Stelltafeln und gaben an, was sie gut oder schlecht in Aachen finden. Foto: Ralf Roeger

Aachen. City-Kirche ist ein eher belangloser Name für ein Gotteshaus, das dem heiligen Nikolaus gewidmet ist. Der fromme und gerechte Mann, der laut Überlieferung selbst einem Scharfrichter Einhalt gebot, hielt jetzt in der Kirche St. Nikolaus in der Großköln­straße symbolisch Wacht über etwa 120 Aachener, die sich Gedanken machten über Wohl und Wehe ihrer Stadt bis zum Jahr 2022 – selbstredend eine lange Zeit.

Es war die Auftaktveranstaltung der Stadt Aachen für das „Innen­stadtkonzept 2022“ – und insofern völlig richtig positioniert in jener City-Kirche. An mehreren Tafeln zu insgesamt sieben Themenbereichen luden Mitarbeiter der Stadtverwaltung gemeinsam mit Stadtplaner Frank Pflüger (Architektenbüro HJP-Planer) die Anwesenden dazu ein, sich in Gruppen über Einzelthematiken wie etwa den Bereich Bushof und Peterskirchviertel, Wohnen am Büchel, Campus Innenstadt oder etwa das innerstädtische Wohnen im Allgemeinen zu äußern. Zusätzlich hatte man die eher allgemeinen Handlungsfelder Mobilität und Umwelt, Stadtmarketing und Tourismus sowie Bildung und Kultur besetzt.

Es klappte richtig gut

Das Publikum bestehend aus interessierten Bürgern, Geschäftsleuten, Vertretern sogenannter gesellschaftlicher Gruppen sowie Schüler aus einer Oberstufe sollte nach einer Einführung der Dezernentin Gisela Nacken, der Planungsamtsleiterin Christiane Melcher und des Planers Pflüger in einem „Gallery Walk“ entlang der Stelltafeln seine Meinung zu den Thermen kundtun.

Und erstaunlicherweise: Das klappte richtig gut, in den Gruppen wurde fleißig und engagiert diskutiert. Die Ergebnisse dessen, was die Teilnehmer für die jeweiligen Bereiche schlecht und dann auch wieder richtig gut fanden, wurden notiert und für die weiteren Entscheidungsprozesse gesammelt. Denn der Auftaktveranstaltung jetzt in der City-Kirche soll im Juni 2013 in der Mensa der Schule St. Leonhard eine Zwischenpräsentation stattfinden, auf der wieder in Arbeitsgruppen zu den Themen Mobilität, Umwelt, Wohnen, Stadtbaukultur und Stadtmarketing berichtet werden soll.

Zwischen Juni und Oktober dann soll es mit „Raumwerkstätten und Stadtspaziergängen“ weitergehen, bis im Frühjahr 2014 erste Ergebnisse eines neuen Innenstadtkonzeptes 2022 vorgestellt werden. Themen und Probleme, derer sind da viele, daran besteht kein Mangel. Beispiele: Begrüßt wurde die neue Haltung der Stadt, den Bereich Büchel mit dem problematischen Bordellbereich neu zu ordnen. Kleinteilig soll es zugehen, so die Ansage der Bürger, und auch dort mitten in der Stadt sollen bezahlbare Wohnungen für Familien entstehen, auf die richtige Mischung komme es an. Die Meinung zum Parkhaus Büchel: Nach wie vor ist es so, die einen wollen es abreißen, andere finden die Lage dort gut.

Campus Innenstadt

Nächstes Beispiel Campus Innenstadt: Es gab deutliche Kritik an der bestehenden Situation, die eigentlich die Dringlichkeit bestätigt, mit der das Hochschulviertel rund ums RWTH-Hauptgebäude mit in die Stadt integriert werden müsse. So stellten Anwohner fest, dass das Super C zwar zu einem echten Markenzeichen und Hingucker geworden sei und davor auch tagsüber Aufenthaltsqualitäten wie eben das Café anbiete. Doch das Viertel insgesamt zwischen Theresienkirche, Annuntiatenbach und Schinkelstraße sei insbesondere nachts ein Graus mit dunklen und verwinkelten Hinterhöfen, die dringend aufgewertet werden müssten.

Ähnliches gilt im Übrigen für das Peterskirchviertel hinter dem Bushof. Die schöne Couvenstraße wirke hinter dem Betonklotz überhaupt nicht, riesige Verkehrsflächen rund um die „große, dunkle Parkgarage für Busse“ sei eine Einöde für Fußgänger, beinahe nirgendwo werde zum Verweilen eingeladen. Schüler aber machten auf eines aufmerksam: Leute ohne Auto bräuchten nach wie vor einen zentralen Verkehrsknotenpunkt.

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