Aachen - „Initiative Kirche gegen Rechts“: Für Menschenrechte, Achtung und Toleranz

„Initiative Kirche gegen Rechts“: Für Menschenrechte, Achtung und Toleranz

Von: Nina Krüsmann
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Feiert ihr fünfjahriges Bestehen: „Initiative Kirche gegen Rechts“, stellvertretend: Axel Wiederhold, Achim Pöhland, Axel Büker, Waltraud Felsch und Hans-Georg Schornstein (v.l.). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Im November 2013 feiert die „Initiative Kirche gegen Rechts – in der Bistumsregion Aachen Stadt und im Kirchenkreis Aachen“ ihr fünfjähriges Bestehen. Der Arbeitskreis besteht seit 2007 und setzt sich aus 14 verschiedenen kirchlichen Akteuren in der Stadt Aachen, darunter dem Büro der Regionaldekane und dem Jugendbeauftragtenbüro im Bistum, dem Jugendreferat und der Erwachsenenbildung im Evangelischen Kirchenkreis, der Katholischen Hochschule, der Arbeitsgemeinschaft der Offenen Türen, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung 60plus und Pax Christi zusammen.

Die Initiative beteiligt sich selbst an Aktionen gegen Rechtsextremismus, greift die Thematik in Fortbildungsprogrammen auf und will zur Meinungsbildung in den eigenen Gemeinden, Verbänden und Einrichtungen beitragen.

„Unsere Idee war, einen runden Tisch ins Leben zu rufen, der auf ökumenischer Basis Meinung macht. Mit Aktionen alleine ist es nicht getan“, erklärt Hans-Georg Schornstein, Katholikenrat Aachen-Stadt. Man wolle grundsätzlich nicht gegen etwas sein, sondern für Menschenrechte, Achtung und Toleranz werben, auch wenn der Name der Initiative sich in verbal prägnanter Form gegen die rechte Gesinnung wendet. Der Arbeitskreis treffe sich vier Mal im Jahr, darüber hinaus kann man sich auch als Einzelperson beteiligen und die Initiative unterstützen.

Öffentlichkeitswirksame Aktionen waren in den vergangenen Jahren zum Beispiel die beiden Einfahrten vom „Zug der Erinnerung“ im Aachener Hauptbahnhof in den Jahren 2008 und 2001, die Teilnahme an Demonstrationen gegen Rechts, ein Vortrag zum Thema „Kameradschaft Aachener Land“ mit Michael Klarmann oder die Teilnahme am Tag der Integration und den Regionalkonferenzen gegen Rechts.

„Wir sind immer noch eine Initiative und kein eingetragener Verein. Sich bei uns einzubringen ist deshalb besonders einfach. Es gibt keinen Mitgliedsbeitrag und auch keine jährliche Hauptversammlung“, erklärt Schornstein. Ziel sei, zukünftig den Unterstützerkreis zu erweitern. „Wir möchten die Vernetzung mit anderen Ansprechpartnern intensivieren, zum Beispiel auch mit dem Fanprojekt von Alemannia Aachen“, sagt Achim Pöhland, Sprecher von „Kirche gegen Rechts“.

„Unsere Arbeit ist wichtiger denn je, denn es haben wieder mehr Mitmenschen Angst vor rechten Denkweisen und Gewalt“, betont Axel Büker, Jugendreferent im Evangelischen Kirchenkreis. Man wolle die Bürger dazu ermutigen, den Mund aufzumachen und im Alltag Stellung zu beziehen, sagt Axel Wiederhold vom Jugendbeauftragtenbüro: „Es gilt, rechte Potenziale zu erkennen und darauf zu reagieren.“

Zum fünfjährigen Bestehen gibt es am Mittwoch, 27. November, um 19.30 Uhr eine konzertante Lesung mit dem ehemaligen DDR-Dissidenten Stephan Krawczyk. Unter dem Titel „Mensch Nazi“ trägt er in der Citykirche St. Nikolaus an der Großkölnstraße ausgewählte Passagen aus seinem gleichnamigen Buch vor.

„Dem Autor geht es unter anderem um die Erkenntnis, dass ein Neonazi, dessen Taten streng verurteilt werden müssen, trotzdem ein Mensch bleibt“, erklärt Waltraud Felsch von der Pax-Christi-Gruppe Aachen. Der Eintritt ist frei.

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