Aachen - Initiative „AC=Bahn”: Die Campusbahn ist keine Konkurrenz

Initiative „AC=Bahn”: Die Campusbahn ist keine Konkurrenz

Von: Karen von Schmieden
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Aachen. „Spurgebundener Nahverkehr - das ist ein sperriger Begriff”, räumt Volker Goller von der Initiative „AC=Bahn” ein. Mit ihm umschreibt die Gruppe das, was sie in Aachen realisieren möchte: eine Bahn, die das Straßennetz entlastet und eine Verbindung zum Campusgelände Melaten schafft.

Dabei bleiben die Veranstalter bewusst „technisch diffus” - sie wollen erstmal einen Konsens schaffen, bevor über die mögliche Art einer Campus-Bahn geredet wird. In einer Diskussionsrunde unter dem Titel „Trassen für ein spurgebundenes Verkehrsmittel in Aachen” stellte die Initiative darum ihre Ideen der Öffentlichkeit und Vertretern der Parteien vor.

„Wir haben uns im Vorfeld der Kommunalwahl die Wahlprogramme der Parteien angeschaut und den Inhalt freudig zur Kenntnis genommen”, erzählt Otto Weber von „AC=Bahn”. Dann zitiert er die Absätze, in denen CDU, SPD und Grüne eine neue Verkehrslösung für den Campus Melaten fordern.

Keine „Insellösung”

Mit dem neuen RWTH-Campus plane die Stadt einen ganz großen Wurf, so die Initiatoren. „Warum nicht auch ein verkehrspolitisches Projekt mit Leuchtturmcharakter realisieren?”, fragt Otto Weber. „Ein Projekt, das bundesweit von sich reden macht?”

Dafür finden die Mitglieder der Initiative zahlreiche Gründe: Die Straßen und öffentlichen Verkehrsmittel in Aachen seien überlastet, die Feinstaubbelastung sei grenzwertig. Außerdem wolle man für den Campus Melaten keine „Insellösung”, das Gebiet müsse erreichbar und gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen sein.

Dabei machen die Befürworter der Idee deutlich, dass sie keinesfalls in einen Wettbewerb zur Aseag oder der Euregiobahn treten möchten: „Die Campusbahn soll keine Konkurrenz sein.”

Wer fürchtet, eine neue Bahn könnte das Aachener Stadtbild beeinträchtigen, dem stellen die Initiatoren die Möglichkeiten moderner Technik entgegen: Hybridsysteme, Strom aus der Erde oder Gummireifen. „Wir müssen keine Oberleitungen mehr spannen”, so Otto Weber. Ähnliche Pläne seien in ganz Europa erfolgreich und hätten die Infrastruktur der Pionierstädte deutlich verbessert: Bordeaux, Brügge oder Karlsruhe haben Vorbildcharakter.

Die Vertreter der Parteien zeigten sich durchweg begeistert von den intensiven Bemühungen der Initiative: Gaby Breuer (CDU), Karl Schultheis (SPD), Roland Jahn (Grüne), Wulf Pabst (FDP), und Andreas Müller (Die Linke) lobten das Engagement der Bürger.

Geschätzte 300 Millionen Euro

In den 90er Jahren war der Versuch, eine Stadtbahn in Aachen einzuführen, gescheitert - CDU und FDP stimmten gegen den Vorschlag. „Unter den damals vorgelegten Prämissen würde ich das heute wieder ablehnen”, stellt Wulf Pabst (FDP) klar.

Aber: „Natürlich werden wir das diskutieren und nicht pauschal ablehnen. Es gibt noch eine Menge offener Fragen.” Den geschätzten Kostenpunkt von 300 Millionen Euro findet Gaby Breuer (CDU) erstmal erschreckend. Die Initiative AC=Bahn argumentiert mit Vergleichen: Die Baukosten für einen Kilometer Autobahn lägen in Deutschland bei rund 11,7 Millionen Euro.

Karl Schultheis (SPD), Roland Jahn (Grüne) und Andreas Müller (Die Linke) bekundeten eine positive Einstellung gegenüber den Plänen von AC=Bahn. Alle Beteiligten warten jetzt auf das Ergebnis der Machbarkeitsstudie, die von den Parteien gemeinsam in Auftrag gegeben wurde. Im Herbst wird die Initiative in einer weiteren Runde verschiedenen technische Möglichkeiten vorstellen.
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