Initiative Aachen: „Der ÖPNV ist verbesserungswürdig“

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Aachen. Nach dem Aus für die Campusbahn ist es ziemlich ruhig geworden um die Frage, wie das Campus Melaten optimal an die Stadt angebunden werden kann. Seinerzeit hatten Stadtentwickler und Verkehrsplaner vier Jahre lang (von 2009 bis 2013) am Projekt „Stadtbahn“ getüftelt, um sich im März diesen Jahres letztendlich einen Rüffel von den Bürgern abzuholen.

Jetzt meldet sich die Initiative Aachen mit einem Offenen Brief an den Oberbürgermeister und die Fraktionen zu Wort und thematisiert „die überregionale Anbindung der Stadt und des RWTH Aachen Campus“ erstmals wieder öffentlich.

„Am Beispiel der beginnenden Entwicklung des RWTH Aachen Campus Melaten wird deutlich, dass für die dortigen Institute und Unternehmen – nicht zuletzt durch ihre globale Strukturierung – das Thema Erreichbarkeit ein wesentlicher Standortfaktor ist“, heißt es in dem Schreiben. Es zeige sich, dass die überregionale Anbindung für das Engagement eines Unternehmens wie auch für die Arbeitsplatzentscheidung von Fachkräften und Spezialisten eine entscheidende Rolle spiele.

„Dies betrifft zunächst die grundsätzlichen Möglichkeiten mit dem Zug und/oder dem Flugzeug den Standort Aachen zu erreichen und dann weiter von den Flughäfen und Bahnhöfen die Feinverteilung an die Arbeitsplatzschwerpunkte in einer guten Qualität zu gewährleisten“, schreibt die Vorsitzende der Initiative Aachen Gisela Engeln-Müllges.

Während die Region mit internationalen und interkontinentalen Flughäfen gut versorgt werde, sei deren und die übrige Anbindung durch die Schiene beziehungsweise die Anbindung über Fernbusse und deren Weiterführung durch den städtischen ÖPNV in Aachen „verbesserungsbedürftig“.

Öcher Long Wajong

Engeln-Müllges fordert, dass die Erreichbarkeit der Stadt und des RWTH Campus Aachen durch den nationalen und internationalen Bus- und Bahnverkehr sichergestellt und verbessert werden müsse. Konkret nennt sie verschiedene Komponenten für den innerstädtischen ÖPNV wie zum Beispiel „regelmäßige, qualitativ ansprechende ÖPNV-Verbindungen vom Hauptbahnhof Aachen über die Vaalser Straße zum Campus“, denkbar mit dem Öcher Long Wajong,

„Verlängerung der Strecke Hauptbahnhof – Campus über Vaals bis zum Flughafen Aachen/Maastricht und bis zum Campus Chemelot bei Geleen, Anbindung vom Hauptbahnhof an die beiden Ringe um Aachen per Kleinbusse alle fünf bis sieben Minuten“.

Außerdem spricht die Initiative Aachen auch überregionale Aspekte an: Die Bahnverbindung von Aachen beispielsweise zum Düsseldorfer Flughafen und nach Amsterdam müsse verbessert und Aachen müsse an das nationale Fernbusnetz angebunden werden

„Um dies alles am Hauptbahnhof abwickeln zu können, sollten in den angrenzenden Bereichen Flächen für den ÖPNV vorgesehen und entwickelt werden.“ Daraus könnte, so Engeln-Müllges weiter, eine höhere Frequentierung des Hauptbahnhofs resultieren.

Das wiederum würde Argumente für eine bessere ICE-Frequenz liefern, denn schließlich würden die Mitarbeiter des wachsenden RWTH Aachen Campus unter anderem auch in Köln und Brüssel leben.

Fazit: „Der RWTH Aachen Campus und die ihm angeschlossenen Unternehmen können sich zukünftig nur dann positiv entwickeln, wenn dem benötigten hochkarätigen Personal die exzellente Erreichbarkeit ihres Arbeitsplatzes mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich ist. Das ist internationaler Standard.“

Die Initiative Aachen möchte mit Oberbürgermeister Marcel Philipp und der Politik ins Gespräch kommen und sich „aktiv an der weiteren Konzeptentwicklung beteiligen“.

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