Aachen - Inhalt der Giftfässer weiter unklar

Inhalt der Giftfässer weiter unklar

Von: Werner Breuer und Martina Feldhaus
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der Inhalt der Fässer, die am Freitag unweit des Stawag-Wasserwerks im Reichswald gefunden worden waren, ist nach wie vor unbekannt. Die Substanz werde noch analysiert, so Stawag-Sprecherin Eva Wußing auf Anfrage der „Nachrichten“. Sie geht davon aus, dass Mitte der Woche Klarheit herrscht. Schon jetzt könne aber „eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen werden“.

Die unbekannte Flüssigkeit habe nicht tief in den Boden einsickern können, erklärt Wußing, auch seien keine wasserführenden Schichten betroffen gewesen. Und überdies habe eine Spezialfirma den Boden großräumig ausgekoffert.

Am Freitag war noch bis gegen 19.30 Uhr Erdreich abgebaggert worden. Feuerwehrchef Jürgen Wolff spricht von etwa fünf bis sieben Kubikmetern, die seine Männer abgefahren haben. „Das wurde sehr großflächig entfernt“, sagt Eva Wußing, „um sicherzustellen, dass auch alles beseitigt ist.“ Ohnehin würde das „Rohwasser“ aus dem Reichswald permanent kontrolliert, erklärt die Stawag-Sprecherin. Das Unternehmen will zudem im direkten Umfeld des Wasserwerks verstärkt Proben entnehmen. Sollten Unregelmäßigkeiten auffallen, könne das Wasserwerk Reichswald „notfalls vom Netz genommen werden“, betont Eva Wußing.

Derweil ist der Bereich um das Wasserwerk in der Nähe des Autobahnkreuzes Aachen wieder freigegeben. „Von unserer Seite aus ist der Einsatz vor Ort abgeschlossen“, erklärt Feuerwehrchef Wolff. Am vergangenen Freitag hatte die Polizei das Gebiet, das bei Ausflüglern und Wanderern sehr beliebt ist, weiträumig abgesperrt. Experten der Feuerwehr – unter ihnen ein Diplom-Chemiker – näherten sich nur unter Vollschutz den 19 Fässern mit Totenkopf-Aufklebern, die ein Stawag-Mitarbeiter bei einer Kontrolle entdeckt hatte.

Wer die Behälter mit der bislang noch unbekannten Flüssigkeit dort illegal abgeladen hat, beschäftigt nun die Aachener Polizei. Sie hat derzeit noch keine neuen Erkenntnisse. Zur Aufklärung des Umweltdelikts hoffen die Ermittler auf die Ergebnisse der Analyse des Fässerinhalts. „Dann kann man vielleicht sehen, wo solche Substanzen verwendet werden“, erklärt Polizei-Pressesprecher Paul Kemen. Sollte der Verursacher dingfest gemacht werden, droht ihm eine Geldstrafe oder gegebenenfalls auch Freiheitsentzug. Kemen hält es immerhin für einen „glücklichen Umstand“, dass die illegale Ablagerung recht schnell entdeckt wurde.

Inzwischen können Ausflügler wieder ungehindert durch diesen Teil des Reichswalds spazieren. „Alles, was gefährlich hätte sein können, ist nach Ansicht der Fachleute jetzt beseitigt“, sagt Harald Beckers vom städtischen Presseamt. Nachdem Fässer und Erdreich von einer Spezialfirma abtransportiert wurden, gebe es auch keine Absperrungen mehr.

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