In Verlautenheide leben Kröten noch gefährlich

Von: Gerald Eimer
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Naturschützer tragen gefährdete Kröten über die Straßen. Jedoch nicht in Verlautenheide, da gibt es noch keinen Artenschutz.

Aachen. Kröten sind zwar Gewohnheitstiere, aber offenbar doch noch für Überraschungen gut: Von vielen bislang unbemerkt sind Lurchi & Co zurzeit verstärkt auch in Verlautenheide unterwegs zu ihren Laichplätzen.

Dabei müssen sie den Bereich Waldstraße und Prunkweg passieren - eine Strecke, die vor allem von Ortskundigen zunehmend stärker befahren wird und auf der in diesen Tagen viele Tiere ihr Leben lassen müssen.

In der Bezirksvertretung Haaren-Verlautenheide lenkte jetzt Ursula Becker (Grüne) den Blick auf dieses Problem. Denn von einem Laichgebiet in Verlautenheide haben bislang die wenigsten etwas gewusst, weshalb es dort bislang auch keine Vorkehrungen zum Schutz der Tiere gibt. Anders etwa als an den großen bekannten Wanderungsstellen Eupener- und Lütticher Straße, in der Soers am Purweider Weg und Strüverweg sowie in Richterich an der Straße Grünenthal.

An den beiden großen Ausfallstraßen etwa halten Netze die Amphibien von der Straße fern, von freiwilligen Helfern des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) werden sie hinübergetragen. In der Soers und in Richterich werden die Straßen in den Dämmerstunden komplett gesperrt.

„Maßnahmen für eine gefahrlose Krötenwanderung” hat die Bezirksvertretung einstimmig nun auch für Verlautenheide gefordert. Das Problem sei drängend, meint Becker, weil zunehmend mehr Autos auf den schmalen Wegen unterwegs sind. Insbesondere Ortskundige benutzen gerne die Verbindungsstrecke zwischen der Autobahnanbindung in Verlautenheide und Eilendorf.

An wärmeren Tagen, wenn Kröten, Frösche und Echsen ihre Winterquartiere verlassen, sei die Straße bedeckt mit plattgefahrenen Tieren, berichtet eine Anwohnerin.

Für Wilfried Engels vom Umweltamt ist diese Beobachtung ebenso neu wie für die meisten Politiker und selbst für Tierschützer. Engels war zwischenzeitlich zwei Mal vor Ort, konnte aber lediglich drei tote Tiere entdecken. Das Problem sei daher aus seiner Sicht nicht so drängend, um Zäune zu ziehen oder die Straße zu sperren. „Entscheidend ist, ob die Population gefährdet ist”, sagt er.

Die Umweltverwaltung will daher zunächst weiter beobachten, bevor sie Maßnahmen zum Artenschutz ergreift. Sollte eine Absperrung nötig sein, wird es die frühestens im nächsten Jahr geben. Bis dahin bleibt es beim Appell an Autofahrer, vor allem in den Abendstunden und frühen Morgenstunden möglichst langsam zu fahren und vor den gefährdeten Kriech- und Hüpftieren auch mal anzuhalten. Die Wanderungszeiten enden etwa Ende April.
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