Aachen - In St. Elisabeth wird bald kein Gottesdienst mehr gehalten

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In St. Elisabeth wird bald kein Gottesdienst mehr gehalten

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
Die über 100 Jahre alte  Elis
Die über 100 Jahre alte Elisabethkirche wird der Gemeinde „Christus unser Bruder” zu teuer. Sie muss verkauft werden. Foto: Harald Krömer

Aachen. In ein paar Jahren wird in der mächtigen Stadtteilkirche St. Elisabeth an der Jülicher Straße/Ecke Blücherplatz keine Messe mehr gelesen, keine Andacht mehr gehalten, Taufen, Erstkommunionen und Firmungen gehören dann auch der Vergangenheit an.

Denn das Gebäude soll veräußert werden. Das verkündete am Wochenende der Pfarrer der Großgemeinde Christus unser Bruder, Bruder Lukas Jünemann in den Pfarrkirchen seiner Pfarrei.

„Mir ist der Schreck in die Glieder gefahren”, kommentierte am Montag ein Gemeindemitglied die Mitteilung des Franziskanerpaters und Pastors der Fusionsgemeinde im Aachener Nordosten, der seit dem 1. Januar 2010 neben St. Elisabeth auch St. Martin in der Heinrich-Hollands-Straße, St. Germanus in Haaren und St. Hubertus in Verlautenheide angehören. Der Schrumpfungsprozess in der katholischen Kirche hält unvermindert an, Deswegen befürchtet die Bistumsleitung auch weniger Steuereinnahmen. Weniger Steuereinnahmen bedeuten auch, dass die Pfarreien in der Diözese ihre Gürtel enger schnallen müssen und deshalb auch Sakralbauten aufgeben müssen.

„Das heißt aber nicht, dass jetzt die Bagger rollen und die Abrissbirne gegen den Kirchturm donnert”, beruhigt Bruder Lukas seine Pfarrmitglieder. Im Gegenteil, jetzt sei genug Muße vorhanden, über eine geeignete Weiternutzung des mehr als hundert Jahre alten und unter Denkmalschutz stehenden Gotteshauses nachzudenken. „Wir sind erst am Anfang eines Prozesses”, verdeutlicht der Ordensgeistliche. Erst nach reiflicher Überlegung, immer unter Berücksichtigung der Auflagen der Deutschen Bischofskonferenz, die beispielsweise eine Umwandlung eines katholischen Gotteshauses in eine muslimische Moschee untersagt, würden sich die Entscheidungsträger der Pfarrei, der Pfarrer, der Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat einen Entschluss fassen.

Eines ist aber klar gestellt. Der Betrieb im Sprengel läuft weiter. Im Pfarrhaus am Blücherplatz wird möglicherweise ein Gottesdienstraum eingerichtet, die Schulgottesdienste sollen in der Katholischen Grundschule Passstraße stattfinden oder im Pfarr-Jugendheim. „Die Trennung vom Kirchengebäude fällt uns sehr schwer und belastet emotional”, bekennt Jünemann.

Aber der Pfarrei Christus unser Bruder bleibe nichts anderes übrig. „Die Entwicklung der Gottesdienstbesuche und die Einsparvorgaben des Bistums haben uns keine andere Wahl gelassen”, beteuert der Geistliche.

Ein Drittel einsparen

Schon seit Januar 2011 habe eine Projektgruppe des kirchlichen Immobilienmanagements mit Vertretern des Pfarrgemeinderates, des Kirchenvorstandes, des Pastoralteams und Mitarbeitern des bischöflichen Generalvikariats den Gebäudebestand der Pfarrei und deren Nutzung erfasst. Danach soll die Pfarrei nach Bistumsvorgaben etwa ein Drittel ihrer Unterhaltungsausgaben für Gebäude einsparen. Die Kirche St. Martin und das Pfarrheim von St. Germanus wurden in der Vergangenheit bereits verkauft, um den veränderten Bedingungen der Gemeinden Rechnung zu tragen.

An der Pfarrei „Christus unser Bruder” sind Pfarrer Jünemann, ein Kaplan, ein Subsidiar und zwei Gemeindereferenten seelsorgerisch tätig.
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