In Planung: 40 Container für Elektroschrott

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Hand aufs Herz: Wer hat schon mal kleinere Elektrogeräte einfach in die Haushaltsmülltonne gesteckt und ist alternativ nicht zum fernen Recyclinghof durchgestartet? Damit die heimische Tonne nicht zu voll wird, will der Stadtbetrieb insgesamt 40 Sammelcontainer für sogenannten Elektroschrott in der Stadt platzieren.

 Für je 6000 Bewohner, so der berechnete Faktor, soll je ein Sammelcontainer angeschafft und wahrscheinlich neben die bereits vorhandenen Glassammelcontainer gestellt werden.

Dieter Lennartz, der den zuständigen Geschäftsbereich im Stadtbetrieb leitet, sieht denn auch viel Potenzial in der neuen Sammeleinrichtung, die allerdings im politischen Bereich noch nicht beschlossen wurde. Das Thema wurde jüngst wieder von der Tagesordnung des zuständigen Ausschusses abgesetzt. Insbesondere die CDU hatte Bauchschmerzen mit „mehr“ Containern im Stadtgebiet, wie ihr Sprecher Ferdinand Corsten bekräftigte, der Partner SPD stimmte mit, hat im Prinzip jedoch keine Bedenken.

In der Stadt Aachen herrscht, das ist der Grundmangel, eine kaum ausreichende Sammelquote für die Altgeräte, in denen immerhin noch weiterhin wertvolle Metalle verbaut sind. So heißt es in der Entschließungsvorlage deutlich: „Elekroaltgeräte enthalten sowohl seltene Wertstoffe als auch als Sonderabfall zu entsorgende Bestandteile.“ Durch eine neu zu entfachende Sammelleidenschaft könnten „wertvolle Rohstoffe“ zurückgewonnen und gleichzeitig „enthaltene Schadstoffe“ ordnungsgemäß entsorgt werden.

Die Sammelquote liege bislang bei 3,24 Kilogramm pro Jahr und Kopf, viel zu wenig, wie Lennartz feststellt. „Unser Ziel sind vier Kilogramm pro Jahr und Kopf“, definiert Lennartz das Containerziel in der Stadt.

Doch nicht nur die sich bis 2020 erheblich verschärfenden Zielvorgaben des „Kreislaufwirtschaftsgesetzes“ müssen erfüllt werden, auch mehr Einkünfte durch die Metallverwertung sind gefragt. Dies könne mithelfen, die Müllgebühren stabil zu halten, erklärt Umweltexperte Lennartz. Dabei bleibt für die kaputten Großgeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner, wenn sie denn defekt sind, alles beim Alten. Sie werden durch „Straßensammlungen“ entsorgt, sprich mit dem Sperrmüll.

Fremdfirmen

Ab April 2015 soll – wenn die Politik zustimmt – gesammelt werden. Der Stadtbetrieb würde gerne, so steht es in der Vorlage für den zuständigen Ausschuss, 40 Container zum Stückpreis von etwa 1600 Euro anschaffen, ihre Entleerung aber für Fremdfirmen ausschreiben. Bis zum Jahr 2020 sollen sogar 65 Prozent der angeschafften Elektrogeräte auch wieder fachgerecht entsorgt werden, der Handel soll hier mit ins Boot genommen werden.

Die 250 Glascontainer stünden heute, nachdem die Papiercontainer abgeschafft wurden, an einigermaßen sauberen Orten. „Wir lassen sie auch regelmäßig von einem Reinigungsteam säubern“, versichert Lennartz.

Befürchtungen, dass die E-Schrott-Container mehr Verschmutzung mit sich bringen, teilt Lennartz nicht. So will man insgesamt jährlich 300 Tonnen in den Depots sammeln, 100 davon sind wertvolle Altmetalle, die einen Erlös von jährlich bis 39.000 Euro erbringen könnten.

Die Politik will bis November einen Gesamtplan für die in Aachen aufgestellten Container entwickeln – Kopfzerbrechen dabei bereiten auch die zahlreichen gewerblich wie caritativ genutzten Altkleidercontainer.

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