In Eilendorf könnte sich die FDP als Zünglein an der Waage erweisen

Von: Georg Dünnwald
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Aachen. Montagabend schon berieten die neuen Fraktionen hinter verschlossenen Türen über den weiteren Verlauf in der Aachener Politik. Dabei fanden auch die Bezirksvertretungen Beachtung. In keiner der Aachener Bezirksvertretungen wird eine Partei über die absolute Mehrheit verfügen.

Deshalb müssen die größeren Fraktionen sich Partner suchen, um den Bezirksbürgermeister und seine Stellvertreter wählen zu können. Und möglicherweise noch mehr Rücksicht auf Befindlichkeiten nehmen, als dies vor fünf Jahren der Fall war.

Klar ist, dass in Richterich wieder Marlis Köhne antreten wird. Der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Holger Brantin, der für Richterich in den Stadtrat und in die Bezirksvertretung einzieht, zeigt sich allerdings über die Sitzverteilung im Stadtteilparlament erstaunt. Die Richtericher Bezirksvertretung hat nur elf Mitglieder, die teilen sich mit je vier auf CDU und SPD auf, die Grünen erreichen zwei Mandate, die FDP ist mit einem Mitglied dabei. Brantin: „Obwohl die CDU auf 41,26 Prozent der Stimmen gekommen ist und die SPD nur 32,76 Prozent eingefahren hat, haben wir gleich viele Sitze. Das ist nur schwer nachzuvollziehen.“ Dabei hat Richte­rich mit 62,36 Prozent Wahlbeteiligung die höchste der sieben Stadtbezirke gehabt.

In Brand will Peter Tillmanns (CDU) die Nachfolge des bis Montag dienstältesten Bezirksbürgermeisters NRWs, Herbert Henn, antreten. Niemand zieht in Zweifel, dass Tillmanns auch gewählt wird.

Der Stadtbezirk Haaren-Verlautenheide weist mit 48,77 Prozent die niedrigste Wahlbeteiligung auf. Drei Fraktionen werden die Geschicke des Stadtbezirks bestimmen. Die CDU wird als stärkste Fraktion mit fünf Bezirksvertretern wieder mit Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten ins Rennen gehen. Allerdings muss er sich bei den Grünen, zwei Sitze, und/oder der SPD, vier Sitze, eine Mehrheit suchen. Er ist sich sicher, gewählt zu werden. „Wir sind auch in der vergangenen Legislaturperiode immer einvernehmlich auseinandergegangen. In Haaren wird Politik nicht ideologisch betrieben.“

Konkurrenten in Laurensberg

Eberhard Büchel, Noch-Bezirksbürgermeister von Kornelimünster/Walheim, der sich in den Ruhestand zurückzieht, sagt: „Wir werden Jakob von Thenen als Bezirksbürgermeister aufstellen.“ Büchel hat keine Zweifel, dass von Thenen in der konstituierenden Bezirksvertretungssitzung auch gewählt werden wird.

Wen die CDU in Laurensberg aufstellen wird, ist noch nicht klar. Der Amtsinhaber Christian Krenkel möchte noch einmal antreten, der bisherige Fraktionschef in der Bezirksvertretung, Alexander Gilson, möchte aber auch an die Spitze des Bezirks, der auch Vaalserquartier, Gut Kullen und Orsbach umfasst. Er erinnert daran, dass er als Nummer Eins aufgestellt wurde. „Ich stelle mich als Bezirksbürgermeister zur Verfügung“, sagt er nachdrücklich den „Nachrichten“. Da wird die Laurensberger CDU noch einige Diskussionen vor sich haben.

Das Zünglein an der Waage ist in Eilendorf die FDP mit ihrem Bezirksvertreter Peter Koch. Denn gemeinsam mit ihm würde die CDU auf sieben Stimmen kommen und damit problemlos Elke Eschweiler wieder zur Bezirksbürgermeisterin küren können. Sollte sich die CDU jedoch zu anderen Bündnissen entschließen, entweder mit den Sozialdemokraten oder den Grünen, wären die Mehrheiten für sie noch satter.

Ja, und dann wäre da noch der Bezirk Aachen-Mitte. Das ist der größte Stadtbezirk Nordrhein-Westfalens und mit seinen 19 Mitgliedern ist die Bezirksvertretung ein Spiegelbild des Stadtrats, Pro NRW ausgenommen. Der bisherige Bezirksbürgermeister Achim Ferrari (Grüne), würde auch gerne wieder dieses Amt bekleiden. Obwohl seine Partei nur vier Sitze inne hat. Die CDU kommt auf sechs Sitze, damit wäre eine Neuauflage von Schwarz-Grün möglich. Aber auch Rot-Rot-Grün würde zusammen auf zehn Mandate kommen. „Achim Ferrari hat sein Amt gut gemeistert“, bescheinigt ihm die CDU-Spitzenkandidatin Marianne Conradt. Sie persönlich stehe für alles offen, was ihre Fraktion entscheide. Auch für das Amt der Bezirksbürgermeisterin würde sie kandidieren. „Ich würde das Amt als Frau natürlich anders wahrnehmen als Herr Ferrari.“

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