In der Soers wird schon wieder geritten

Von: Verena Richter
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Das nächste sportliche Großereignis in der Soers steht an, denn die Deutschen Jugendmeisterschaften beginnen heute.

Aachen. Die leuchtend roten Zahlen in der Anzeigetafel vor dem Soerser Sportpark deuten es an. 330 steht dort. 330 Tage dauert es, bis in der Aachener Soers der nächste CHIO beginnt - fast ein Jahr also noch bis zum nächsten sportlichen Großereignis.

Doch die roten Zahlen täuschen. Denn das nächste sportliche Großereignis beginnt bereits am Donnerstag. Um 19 Uhr startet auf dem Gelände des Aachen Laurensberger Rennvereins (ALRV) die Eröffnungsfeier der Deutschen Jugendmeisterschaften (DJM) 2010. Und ab Freitag werden dann 450 Nachwuchs-Reiter aus ganz Deutschland ihr Können zeigen.

Das Gelände, auf dem vor wenigen Wochen beim CHIO noch Besuchermassen Pferdesport von höchster Qualität erleben durften, hat in den vergangenen Tagen keineswegs im Dornröschenschlaf dahingedämmert. An vielen Stellen haben Arbeiter die Wege wieder hergerichtet und Zelte und Pavillons aufgebaut. Manche, die vom CHIO stehen geblieben sind, wurden auch einfach versetzt.

Der ALRV ist also wieder bereit, damit die „Besucher wieder Pferdesport von höchster Qualität erleben - in einer tollen Atmosphäre”, sagt Birgit Albersmeier. Dann blickt ALRV-Sportchefin ein wenig nachdenklich auf das Gelände. „Natürlich ist es ein Kraftakt so kurz nach dem CHIO wieder ein Turnier auszurichten, aber wir freuen uns sehr auf die DJM”, fährt sie fort und lächelt.

Bis Sonntag, 15. August, wird das Turnier dauern, genug Zeit für die Wettkämpfe im Springen, Dressur und Voltigieren, die alle auf dem Gelände in der Soers ausgetragen werden. „Es wird aber ein wenig anders aussehen als beim CHIO, doch wir sind darum bemüht, dass auch bei der DJM so etwas wie CHIO-Atmosphäre entsteht”, sagt Birgit Albersmeier, die genau weiß, dass es für die jungen Nachwuchstalente etwas ganz besonderes ist, genau dort zu starten, wo nur wenige Wochen zuvor die ganz Großen ihres Sports geritten und gesprungen sind.

Besonders, wenn man quasi mit dem Weltfest des Pferdesports aufgewachsen ist - wie Jill de Ridder. Die Aachener Nachwuchs-Dressurreiterin freut sich sehr auf die Meisterschaften. Gerade erst ist sie mit der deutschen Mannschaft Junioren-Europameisterin geworden, nun möchte sie mit ihrem Pferd Charmeur bei den DJM ihre Saison beenden. „Schön wäre es, wenn ich dabei so erfolgreich wie vor einem Jahr abschneiden würde”, erklärt die 17-Jährige. Vierte war sie damals in München. „Dort war es auch schön, die Meisterschaften haben auf der ehemaligen Olympia-Anlage stattgefunden. Doch in Aachen zu starten, ist einfach etwas anderes. Ich glaube, dass es dort genauso wird, wie man es vom CHIO kennt”, sagt sie.

Jedenfalls hat sich der Veranstalter alle Mühe gegeben, dass es so wird. „Jeder denkt, für uns wäre es ein Klacks die Meisterschaften auszurichten. Aber wir müssen uns auch bemühen, dass alles so wird, wie es werden soll”, bemerkt Birgit Albersmeier.

Das bekannte CHIO-Ambiente werden - neben den Wettkämpfen - sicher das Ladendorf mit den Ausstellern, die herausgeputzten Wege und nicht zuletzt die Ordner vermitteln, die genauso aussehen, wie beim CHIO. „Es wird natürlich alles etwas kleiner und übersichtlicher. Und in einigen Punkten unterscheiden wir uns auch ganz bewusst vom CHIO”, erklärt Albersmeier. So soll die Eröffnungsfeier rasanter und weniger ruhig werden. „Wir haben zum Beispiel eine Stuntgruppe und eine Springquadrille im Programm. Das verspricht, actionsreich zu werden. So wie es junge Leute eher interessiert.”

Training in den großen Stadien

Etwas anders werden auch die Austragungsstätten sein. „Die Springwettbewerbe werden im Fahrstadion stattfinden und die Dressur wandert auf den Vorbereitungsplatz”, sagt die Sportchefin. Diese Maßnahme ergreift der ALRV nicht, weil man die jungen Leute nicht auf den heiligen Rasen im Springstadion lassen möchte. „Nein”, sagt Birgit Albersmeier lachend, „im Gegenteil”.

Denn im großen Springstadion und im Deutsche-Bank-Dressurstadion werden die jungen Reiter trainieren. „Das ist natürlich ein ungewöhnlicher Trainingsplatz, doch wir glauben, dass das gut ankommt”, begründet Albersmeier. „Mit den Wettkämpfen weichen wir dann aber wegen der Zuschauer aus. Die Tribünen im Fahrstadion und am Vorbereitungsplatz werden sicher gut besucht sein. Aber für die großen Stadien reicht es wohl nicht. Und dann kommt keine Stimmung auf, was schade wäre.”

2003 haben die DJM schon einmal in der Soers stattgefunden. Damals hat der ALRV das Gelände aber nur zur Verfügung gestellt und war nicht Veranstalter. Jill de Ridder erinnert sich aber noch gut daran. Denn als zehnjährige Zuschauerin reifte in ihr erstmals der Wunsch, auch Reiterin zu werden. Heute - kurz vor ihrem 18. Geburtstag - träumt sie davon, in ein paar Jahren den Sprung in den Profisport zu schaffen, wie einst ihre Mutter Alexandra Simons-de Ridder. Zu hohe Erwartungen schraubt sie zwar zurück, aber: „Natürlich, ich würde sehr gerne einmal als Profi beim CHIO starten”, sagt sie.

Diesen Traum werden viele junge Nachwuchstaltente träumen, wenn sie ab Donnerstag in Aachen antreten - und das ist kein Wunder. „Allein schon, dass die Pferde hier in unseren Ställen untergebracht werden, ist für die jungen Leute etwas besonders”, weiß Birgit Albersmeier. Einmal, weil es bei anderen Turnieren keine festen Stallungen sondern Zeltboxen gibt.

Zum anderen spielt aber auch immer der Gedanke mit, dass in diesen Ställen bereits Pferde wie Shutterfly von Meredith Michaels-Beerbaum gestanden haben. „Das beeindruckt die jungen Leute schon”, sagt Albersmeier, die ihrerseits aber sicher ist, dass auch die jungen Sportler mit ihren Leistungen beeindrucken werden. „Je nach Altersklasse ist das Niveau in Deutschland sehr hoch. Es ist wirklich nicht unwahrscheinlich, dass die Besucher den einen oder anderen Reiter in ein paar Jahren beim CHIO wiedersehen werden”, so die Sportchefin, die damit auch das Engagement erklärt, mit dem er ALRV das Turnier vorbereitet. „Nachwuchsförderung ist uns unheimlich wichtig. Darum veranstalten wir auch jedes Jahr das Salut-Festival.”

Daher habe man auch sehr gerne zugesagt, als die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) die Anfrage an den ALRV gestellt hat, ob der Verein nicht die DJM ausrichten möchte. Und auch wenn die Zeit ein wenig knapp war, in der Soers freut man sich auf das nächste sportliche Großereignis.

Freitag beginnen die ersten Wettkämpfe

Die Eröffnungsfeier der Deutschen Jugendmeisterschaften beginnt am Donnerstagabend um 19 Uhr im Deutsche-Bank-Stadion.

Bundesarbeitsministerin Urusla von der Leyen hat die Schirmherrschaft für die Meisterschaften übernommen und wird die Veranstaltung offiziell eröffnen.

Die sportlichen Wettkämpfe starten am Freitag. Das komplette Programm gibt es im Internet unter http://www.djm2010.de. Die Ticket-Hotline für die DJM ist unter Telefon 0241 - 91 711 11 zu erreichen.
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