Aachen - In der Kleingartenanlage wird es ungemütlich

Staukarte

In der Kleingartenanlage wird es ungemütlich

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Auseinandersetzungen in der Kleingartenanlage Gut Muffet werden härter. Im Zuge der Untreue- und Betrugsermittlungen gegen mehrere ehemalige und amtierende Vorstandsmitglieder soll es inzwischen auch anonyme Drohungen gegen einige Pächter geben, die sich mit dem Vorstand überworfen haben.

Insgesamt sechs missliebigen Kleingärtnern auf der Hörn wurde zudem das Pachtverhältnis zum 28. Februar gekündigt.

Betroffen sind davon auch jene vier, die namentlich in einem vor drei Wochen veröffentlichten „Nachrichten”-Bericht genannt wurden und die darin harte Kritik am Vorstand geäußert haben. Die Kündigung hat der Stadtverband der Familiengärtner auf Betreiben des Vorstands von Gut Muffet ausgesprochen - wegen angeblich unbezahlter Rechnungen aus den Jahren 2007 und 2008.

Das wiederum bestreiten die Betroffenen vehement, die daher auch keine Anstalten machen, ihre Gärten zu verlassen. Stattdessen wollen sie es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen, der jedoch derzeit schwer zu führen sein dürfte. Denn alle relevanten Unterlagen befinden sich momentan bei der Staatsanwaltschaft.

Die Ermittler gehen seit geraumer Zeit anonymen Anschuldigungen nach, wonach sich Vorstandsmitglieder auf Gut Muffet über Jahre hinweg Gelder der Pächter erschlichen haben sollen - durch überhöhte Vereinsbeiträge, dubiose Abrechnungen über alljährliche Strom- und Wasserverluste, nicht abgerechnete Vorauszahlungen sowie nicht verbuchte Einnahmen aus Gartenfesten, Vereinsheimvermietungen und Spendensammlungen.

Untersuchungen dauern an

Die Untersuchungen - inzwischen gehen sie ins dritte Jahr - dauern an, teilt Robert Deller, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage mit. Noch ist also offen, ob an den Vorwürfen wirklich etwas dran ist, die der derzeitige 1. Vorsitzende Willi Kauhsen jedoch empört zurückweist. Alles sei belegbar und sauber abgerechnet, versichert er. Den argwöhnischen Pächtern wirft er vor, den Verein kaputt machen zu wollen. „Das sind Querulanten.”

Diesen „Querulanten” haben Unbekannte inzwischen angedroht, ihnen „auf die Pelle” zu rücken und ihre Lauben „anzuzünden”, wie Heinz Schröder als einer der Betroffenen erklärt.

Seit 20 Jahren hat er eine Parzelle auf Gut Muffet, zunehmend argwöhnisch verfolgte auch er die Abrechnungspraxis im Verein. Einsicht in die Unterlagen seien ihm ebenso wenig gewährt worden wie anderen Mitgliedern, die in der Vergangenheit bereits verärgert ihre Gärten aufgegeben haben oder Zahlungen verweigerten.

Trotz des unklaren Sachverhalts und der laufenden Ermittlungen hat der Stadtverband nun Nägel mit Köpfen gemacht und den angeblichen Querulanten die Verträge gekündigt. Er habe keine Ahnung, wer Recht hat und wem er glauben soll, erklärt Stadtverbands-Vorsitzender Heijo Plum, dennoch habe er so handeln müssen. In die Vereinsinterna will er sich trotz vielfacher Aufforderungen weiterhin nicht einmischen, den Fall stattdessen lieber einem Anwalt überlassen. „Traurig, was da läuft”, kommentiert er.

Einschüchtern lassen und klein beigeben wollen die gekündigten Pächter trotz der jüngsten Drohungen nicht. Sie drängen weiterhin auf Aufklärung und Transparenz über die Verwendung der Vereinsgelder. „70 Prozent der Vereinsmitglieder sind auf unserer Seite”, ist Schröder überzeugt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert