Aachen - In der Baugrube lauern nun die Krokodile

In der Baugrube lauern nun die Krokodile

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Kunst in der Baustelle Annastraße: 14 Künstlerinnen und Künstler stellen bis zum 30. August in einer ehemaligen Autowerkstatt aus. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Aus der Not eine Tugend machen - das ist die Absicht der Aktionsgemeinschaft Kannale Grande. Mit einer Ausstellung in einer ehemaligen Autowerkstatt in der Annastraße 14-16 bringen jetzt 14 Künstler Leben in die von Bauarbeiten geplagte Straße. Sie nutzen dabei auch die besonderen Gegebenheiten vor Ort.

„Wann hat man schon mal Gelegenheit, unter solchen Bedingungen zu arbeiten?”, fragt Udo Sturm und hat auch gleich eine Reihe von Ideen parat, wie man eine doch eher hässliche Baustelle künstlerisch aufwerten kann.

„Mich hat die Architektur der Baustellen schon immer fasziniert”, sagt er. Denn sie biete ungeahnte Möglichkeiten. So hat er etwa die schweren Platten, die bei Grabungsarbeiten zum Stützen der Seitenwände genutzt werden, neu arrangiert und präsentiert sie den Besuchern als „Aachener Kreuz - Erster Versuch”.

Ein paar Meter weiter hat Joost Meyer eine Gruppe von Krokodilen in einer Baugrube drapiert. Und Claudia Breuer hat eine Wäscheleine von Haus zu Haus gespannt und vermittelt so mediterranes Lebensgefühl. Auch in den Schaufenstern der anliegenden Geschäfte entdeckt der aufmerksame Beobachter das ein oder andere Kunstobjekt.

„Wir wollen die Leute auf die Straße bringen und so für ein bisschen mediterranes Lebensgefühl sorgen”, sagt Martin Görck von der Aktionsgemeinschaft Kannale Grande. Statt sich über die Unannehmlichkeiten der Bauarbeiten zu ärgern, versuchen die Geschäftsinhaber, das Beste daraus zu machen.

Sie organisieren Ausstellungen und Filmvorführungen und bringen mit allerlei Aktionen Bewegung in die Straße. Das Konzept scheint zu funktionieren, wie die gerade eröffnete Ausstellung „alle man/frau wie sie da sind” zeigt. Zahlreiche Besucher schlendern durch die Ausstellungsräume oder stehen in kleinen Grüppchen auf der Straße zusammen.

Die Bandbreite der gezeigten Werke reicht von Zeichnungen über Malerei, Skulptur und Installation bis hin zur Performance und Projektion. Daraus ergibt sich ein buntes Bild zeitgenössischer Kunstpositionen.

Arbeiten wie das Stricklieselprojekt von Doro Flatau oder die mit allerlei gehäkeltem Getier behafteten Wurstscheiben und Brötchen in der Kühltheke von Claudia Breuer laden ebenso zum Verweilen ein wie die Zeichnungen und Malereien oder die Flieseninstallation von Petra Ostré, die sich unter dem Thema „Menschenrechte und Frieden” mit den Motiven von Briefmarken aus aller Welt beschäftigte.

Die Ausstellung ist bis zum 30. August täglich von 14 bis 20 Uhr geöffnet. Die Akteure sind: Claudia Breuer, Andrea Claessen, Oliver Czarnetta, Doro Flatau, Alexander Freund, Sabine Harborth, Roman M. Havertz, Carsten Kaiser, Jens Kayser, Joost Meyer, Petra Ostré, Ela Schwartz, Udo Sturm und Johannes Twielemeier.
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