Aachen - In das Projekt Kaiserplatz-Galerie kommt Bewegung

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In das Projekt Kaiserplatz-Galerie kommt Bewegung

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Gegner der Kaiserplatz-Galerie gehen davon aus, dass noch in dieser Woche ein neuer Investor für den Bau des geplanten Einkaufszentrums an der Adalbertstraße präsentiert wird.

Das schließen sie unter anderem aus einem Termin, den Oberbürgermeister Marcel Philipp für Donnerstag angesetzt hat: Dann will er die Spitzen der Ratsfraktionen über die jüngsten Entwicklungen ins Bild setzen.

Man sei „weiter als je zuvor”, erklärte Philipp auf Anfrage der „Nachrichten”, der sich bei aller gebotenen Zurückhaltung optimistisch zeigt, dass das Millionenvorhaben nach jahrelanger Hängepartie nun den entscheidenden Schub bekommen könnte.

Gerüchten zufolge gilt ein Engagement des europaweit tätigen Konzerns „Strabag Real Estate” im Zusammengehen mit dem Projektbetreiber ECE - hervorgegangen aus dem Versandhauspionier Otto - als wahrscheinlich. Doch der Strabag-Verantwortliche in Köln, Rainer Maria Schäfer, gibt sich schweigsam: „Das ist ein schwebendes Verfahren. Es wäre zu früh, sich dazu zu äußern.” Strabag will am Büchel die sogenannte Bel Etage verwirklichen, einen möglichen Einstieg in die Kaiserplatz-Galerie will Schäfer weder bestätigen, noch dementieren.

Unterdessen verbindet die Bürgerinitiative „Kaiserplatzgalerie? Nein danke” mit der erwarteten Bekanntgabe eines neuen Investors die Hoffnung, das Projekt doch noch deutlich abspecken zu können. Die Stadt müsse die Gelegenheit nutzen, „gravierende Planungsfehler” zu korrigieren, sagen Sprecher Christoph Allemand und Ratsherr Horst Schnitzler. „Bisher hat die Galerie mehr Schaden angerichtet, als sie jemals Nutzen bringen wird”, meint Allemand, der von einem „Drama” spricht, das in dieser Form wohl niemand erwartet habe.

Seit vier Jahren gebe es in bester Innenstadtlage eine riesige Brache und Trümmerlandschaft, aktuell könne man im Umfeld 35 Geschäftsleerstände zählen. Selbst wenn jetzt bald der Bau beginnen würde, müssten sich Anwohner noch zwei bis drei Jahre lang mit einer Baustelle, Lärm und Dreck arrangieren. Bei alledem sei die Frage unbeantwortet, ob das Shopping-Center mit einer geplanten Verkaufsfläche von rund 29.000 Quadratmetern überhaupt wirtschaftlich tragfähig sei. Die Baukosten sind auf mindestens 240 Millionen Euro veranschlagt.

Schnitzler und Allemand fürchten, dass es nach Fertigstellung zu einem Verdrängungswettbewerb komme, der viele Einzelhändler ruiniere. Stattdessen fordern sie an der Stelle den Bau dringend benötigter Wohnungen, kleinteiliger Geschäfte und die Schaffung von mehr Stadtgrün. Und was, wenn auch der nächste Investor wieder abspringen sollte? „Dann wünschen wir uns zumindest eine optische Verbesserung auf dem Gelände”, so Allemand. Denkbar seien kleine Gärten, ein Spielplatz oder auch ein Markt.
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