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In Aachen soll die kleine Ana wieder genesen

Von: Carlos Corbelle
Letzte Aktualisierung:
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Viele Große für eine Kleine: Ärzte, Krankenhausmitarbeiter und Sponsoren kümmern sich, damit die kleine Ana aus Angola bald wieder gesund wird. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. In vielen Kriegsgebieten können die Menschen keine ausreichende medizinische Versorgung erhalten. Das gilt auch für die achtjährige Ana, die in ihrer Heimat Angola Verbrennungen erlitten hat.

Seit November letzten Jahres befindet sich das Mädchen aber in der Obhut der Ärzte des Luisenhospitals, die sich nun unentgeltlich um die Behandlung der Verletzungen kümmern.

Obwohl das Luisenhospital die notwendigen medizinischen Eingriffe zu Selbstkosten durchführt, verursachen die teuren Behandlungen trotzdem noch erhebliche Aufwendungen, die über Spenden finanziert werden müssen. Seitdem die kleine Ana im Luisenhospital ist, hat das Krankenhaus eine Spendensumme in Höhe von 20.100 Euro erhalten.

„Die Spendengelder werden zu 100 Prozent für die Wiederherstellung der Gesundheit der Kinder verwendet”, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende des Luisenhospitals Werner Georgi.

Die Behandlung der Kinder in Not erfolgt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Hilfsorganisationen, wie dem „Friedensdorf International”, einem gemeinnützigen Verein in Oberhausen.

Dieser wurde 1967 gegründet, um Kindern aus Vietnam zu helfen. Im Laufe der Jahre weitete der Verein seine Hilfe aber auch auf andere Kriegsgebiete aus, um verletzten Kindern eine möglichst langfristige Unterstützung und medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Deutsch fürs Krankenhaus

„Unser Friedensdorf in Oberhausen ist eine Heimeinrichtung, in der sich in der Regel 100 bis 130 Kinder aufhalten. Wir arbeiten dabei eng mit dem Jugendamt zusammen und haben bei uns auch einen Arzt, der sich um die Nachsorge kümmert.

Zudem kommen Muttersprachler zu uns, um bei der Kommunikation zu helfen, während wir den Kindern auch etwas Deutschunterricht geben, um sich im Krankenhaus verständigen zu können”, erzählt „Friedensdorf”-Mitarbeiter Helge Schreiber.

Da die Kinder häufig Verbrennungen erlitten haben, kümmern sich meist die Mitarbeiter der Plastischen Chirurgie unter der Leitung des Chefarztes Siegfried Grandel um sie.

„Im Schnitt sind die Kinder fast ein Jahr lang hier, da meist um die acht Eingriffe erforderlich sind. Zwischen den Eingriffen gibt es auch Perioden, in denen wir die Kinder zurück ins Kinderdorf schicken oder versuchen, sie in Kindergärten oder Schulen zu integrieren, damit ihr Leben möglichst normal weitergehen kann”, sagt Grandel.

Allerdings kann das auch zu Problemen führen, wie „Friedensdorf”-Mitarbeiter Schreiber erklärt: „Wenn die Kinder in Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen zu starke Bindungen aufbauen, empfinden sie großes Heimweh, wenn sie in ihre Heimat zurückkehren und fühlen sich dann ein Stück weit zerrissen. Daher ist es wichtig, dabei den Fall eines jeden Kindes einzeln zu betrachten.”

Obwohl die Behandlung der Kinder in Deutschland eine sensible Angelegenheit ist, konnte so schon vielen geholfen werden, wie der Aufsichtsratsvorsitzende Georgi betont: „Im letzten Jahr haben wir vier Kinder behandelt, was aufgrund des langwierigen Prozesses sehr viel ist. Das ist nur möglich durch das Engagement der Ärzte und Mitarbeiter, die ihre Arbeit alle mit großer Hingabe erfüllen.”
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