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Immer mehr Rentner sind auf einen Job angewiesen

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Aachen. In Aachen müssen immer mehr Rentner arbeiten. Sie sind zum Jobben gezwungen, weil ihre Rente nicht reicht - das sagen die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Sie sprechen von einer „alarmierenden Entwicklung” und nennen Fakten: In den vergangenen Jahren habe die Zahl der Rentner mit Mini-Jobs in Aachen um rund 28 Prozent zugenommen. Schon 2003 verdienten 2015 Rentner durch eine geringfügige Beschäftigung dazu, vier Jahre später gab es bereits 2576 Renten-Jobber.

Um diese Entwicklung zu stoppen, fordern die beiden Gewerkschaften die schnelle Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 7,50 Euro pro Stunde. Dieser müsse dann jedoch rasch auf neun Euro steigen. Nur der Mindestlohn könne künftigen Rentnern ausreichende Altersbezüge sichern.

Nicht existenzsichernd

„Wer als Rentner arbeitet, der macht das in der Regel nicht aus Spaß. Es ist meistens die pure Not, die ältere Menschen dazu zwingt. Sie sind auf den Job neben der Rente schlichtweg angewiesen”, sagt Peter Mogga. Der Geschäftsführer der NGG-Region Aachen befürchtet, dass die Zahl der Senioren, die von ihrer Rente allein nicht mehr leben können, in den kommenden Jahren drastisch zunehmen wird. „Wer heute schon zu wenig verdient, um über die Runden zu kommen, für den ist das leere Portemonnaie im Alter programmiert”, so Mogga.

„Das größte Problem dabei sind Dumpinglöhne. Mit einem viel zu niedrigen Einkommen lässt sich keine existenzsichernde Rente aufbauen. Von einer privaten Altersvorsorge ganz zu schweigen”, betont Corinna Groß. Die Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Aachen/Düren/Erft fordert für Vollzeitbeschäftigte ein Einkommen, das ihnen später dann schließlich auch eine ausreichende Rente sichert.
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