Aachen - Immer mehr Kinder geraten in Not

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Immer mehr Kinder geraten in Not

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Gut 28,8 Millionen Euro hat die Stadt Aachen im Haushalt 2010 eingeplant, um Kindern und ihren Familien zu helfen.

Diese riesige Summe treibt besonders den Finanzpolitikern in den Fraktionen regelmäßig die Sorgenfalten auf die Stirn. Es kann aber sein, dass die 28,8 Millionen nicht ausreichen werden.

Brigitte Drews von städtischen Fachbereich Kinder, Jugend und Schule stellte dem Kinder- und Jugendausschuss am Dienstag turnusmäßig Fallzahlen und Kostenentwicklung bei den Hilfen zur Erziehung und der Eingliederungshilfe vor. Sie kam zu dem Schluss: „Es steht auf Messers Schneide.” Mit etwas Glück wird der Haushaltsansatz von 28,8 Millionen Euro ausreichen. Eine Überschreitung von rund 600.000 hält Drews nach den vorliegenden Zahlen aber genauso für denkbar. „Denn die Finanzsituation verschiebt sich tagesaktuell.”

Wie viel Bewegung es in diesem Bereich gibt, zeigte Drews anhand der Hilfen zur Erziehung. Dazu gehören ambulante Hilfen für Familien, Unterbringung in Pflegefamilien und Heimunterbringung. „Insgesamt haben wir bis Ende Mai 2114 Hilfen zur Erziehung gehabt”, bilanzierte Drews, „das ist eine gigantische Zahl und deutlich mehr als 2009.”

Und so viel Hilfe geht ins Geld: Ende Juni waren bereits gut 14,3 Millionen Euro ausgegeben. Hochgerechnet aufs Jahr würde das Kosten von knapp 28,8 Millionen Euro bedeuten. Die Kosten, die bereits jetzt abzusehen sind, lassen aber darauf schließen, dass am Jahresende wohl 600.000 Euro in der Rechnung fehlen werden. Auch im vergangenen Jahr hat der Haushaltsansatz nicht gereicht. Die Politik musste einen Nachschlag von 1,5 Millionen bewilligen.

Um die Kosten im Griff zu behalten, will die Verwaltung unter anderem noch stärker als bisher vorhandene Präventionsangebote nutzen, bevor Hilfen zur Erziehung eingerichtet werden. Bei den sozialpädagogischen Familienhilfen will man die Einzelarbeit mit verstärkt auf Gruppenangebote umstellen.

Die Jugendpolitiker beschlossen, die Sparbemühungen der Verwaltung mit einer Arbeitsgemeinschaft zu begleiten. Verwaltung und Politik lenkten den Blick aber auch auf die Schicksale hinter den Zahlen. „Die Finanzpolitiker sehen die Horrorzahlen, wir wissen was, dahintersteckt”, erklärte Ausschussvorsitzende Ruth Wilms (CDU). Auch Hilde Scheidt (Grüne) betonte: „Hinter jeder Zahl steht ein kleiner Mensch und seine Familie. Und denen müssen wir helfen.” Elke Münich, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule, stellt besorgt fest: „Die Zahl der Kinder, die in Not geraten, steigt. Was können denn eigentlich noch tun?”
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