Immer mehr Drohnen kreisen über Aachen

Von: Heiner Hautermans
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Diplom-Ingenieur Tobias Lebherz demonstrierte den Drohnen-Einsatz, 60 Meter vom vertikalen Windrad bei Gut Hebscheid entfernt. Die Genehmigung des Ordnungsamts für den Inspektionsflug lag vor. Foto: Harald Krömer

Aachen. Drohnen sind in Mode. Nicht nur beim Militär, zum gezielten Töten, sondern auch für private und gewerbliche Zwecke. So erobern sie auch in Aachen immer mehr Lufträume. Dachdecker setzen sie zum Beispiel ein, um unzugängliche Stellen in Augenschein nehmen zu können, Veranstalter, um ihr Event unter Kontrolle zu halten, etwa bei Aachen Olé.

Ingenieurfirmen nutzen sie beispielsweise, um Photovoltaikanlagen oder Windräder zu inspizieren, Immobilienunternehmen, um neue Baugebiete in dreidimensionaler Visualisierung zu dokumentieren, Architekten, um die Wärmedämmung einer Immobilie zu prüfen.

Sie alle brauchen für ihre kommerziellen Zwecke eine Genehmigung des Ordnungsamtes. Leiter Detlev Fröhlke: „Das müssen die uns im Detail anzeigen, wenn eine Firma so etwas machen will.“

Natürlich kann die Behörde auch Auflagen oder Einschränkungen verfügen. Klassischer Verbotsfall wäre, so Amtschef Fröhlke, das Überfliegen der Carolus-Thermen samt Sauna-Bereich.

Während der Betrieb der Mini-Helikopter in diesem Bereich also einigermaßen geregelt ist, sieht es im privaten Einsatz problematischer aus, immerhin kann man für etwas über 100 Euro schon hochwertige Geräte mit Kamera erwerben.

Fachbereichsleiter Fröhlke hegt leise Zweifel, ob die vorhandenen Gesetze und Vorschriften ausreichen, um das Persönlichkeitsrecht des Einzelnen zu sichern. Im Zweifel und wenn man sich gestört fühlt, so rät er, solle man die Polizei informieren, schließlich könne es sich ja auch um eine Straftat handeln.

Letzte Woche ist das auch schon passiert. In Burtscheid fühlten sich Anwohner durch eine kreisende Drohne beobachtet und fürchteten, ausgespäht zu werden, bei der Polizei gingen verschiedene Anrufe ein. Der Besitzer des unbemannten Flugobjekts konnte letzten Endes nicht ausfindig gemacht werden, doch: Böse Absichten führte er nicht im Schilde.

Polizeisprecher Werner Schneider: „Natürlich können Drohnen auch für kriminelle Zwecke eingesetzt werden. Bei uns ist das aber bisher nicht in Erscheinung getreten. Polizeilich ist das also kein Thema, und das soll auch so bleiben.“

Dass der Einsatz der Geräte sinnvoll sein kann, demonstrierte gestern Diplom-Ingenieur Tobias Lebherz, Geschäftsführer und Gründer der Lebherz und Partner GmbH, die die hocheffiziente Technik für Service- und Wartungsflüge über Windräder und Photovoltaikanlagen einsetzt.

Gestern war es die Windanlage bei Gut Hebscheid, knapp 30 Meter hoch und mit einem Rotor von zehn Meter Durchmesser. Sie erzeugt ökologisch Strom für die Via Integration, in der Behinderte und Nichtbehinderte Obst und Gemüse erzeugen und vermarkten.

Vier pro Woche

Die von Lebherz gestern eingesetzte Drohne ist allerdings ein anderes Kaliber: acht Propeller, knapp fünf Kilogramm schwer und bis zu 50.000 Euro teuer. Der hohe Preis kommt vor allem durch die teure Wärmebildkamera zustande, die anhand präziser Temperaturmessungen feststellen kann, ob beispielsweise das Getriebe in Ordnung ist oder Sonnenzellen funktionieren.

Vier derartige Flüge werden in seinem Ingenieurbüro pro Woche gestartet, nicht nur im Raum Aachen, berichtet Lebherz: „Die Tendenz ist steigend.“ Für den Sachverständigen ist wichtig, dass die Drohne nicht als Spielzeug missverstanden wird. So plädiert er ebenfalls dafür, die „möglichen Gefahren durch Missbrauch frühzeitig gesetzlich einzudämmen“.

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