Aachen - Im Tierpark erschallte wieder Öcher Platt

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Im Tierpark erschallte wieder Öcher Platt

Von: Peter Langohr
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Da staunt der Papagei: Die Öcher-Platt-Freunde zog es gestern wieder zur Kaffeevisite in den Aachener Tierpark. Als Stargast begrüßte Organisator Gert Leuchtenberg (links) Heini Mercks (2.v.r.). Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Ob die Beos im Aachener Tierpark mittlerweile Öcher Platt sprechen, war im Rahmen dieser Reportage nicht mehr zu ermitteln. Da diese Vögel jedoch äußerst sprachbegabt sind und ihre Voliere unmittelbar neben dem zentralen Geschehen der „Kaffievisit” liegt, ist diese Möglichkeit keinesfalls auszuschließen.

Wie immer in den Sommerferien schallten nämlich auch in diesem Jahr wieder Öcher Tüen bei der von Christel und Gert Leuchtenberg organisierten Kaffeevisite des Vereins Oecher Platt durch den Tierpark am Drimborner Wäldchen.

Seit 17 Jahren gehört dieser Besuch zu den festen Terminen im Jahreskalender des Euregio-Zoos. Nach eher bescheidenen Anfängen hieß 1995 das Motto zum ersten Mal „Op Kaffie-Visit ejjene Öcher Dierpark”, und zum ersten Mal wurde ein Termin in den Schulferien gewählt. Dabei ist es bis heute geblieben, und so war „der Öcher Platt” am Sonntag wieder „op Visit” im Zoo.

Obwohl das Wetter wegen einiger Regengüsse eher durchwachsen war, brummte es in dem Gelände an der Oberen Drimbornstraße regelrecht, so dass sich die Parkplatzsuche schwierig gestaltete. Für Tierparkchef Wolfram Graf-Rudolf wurde es ein einträglicher Sonntag, denn neben den Eintrittsgeldern kam eine beachtliche Summe aus dem Verkauf von Kuchen und Getränken zusammen, für den der Mundartverein verantwortlich zeichnete.

Um 12 Uhr wurde das Programm, dessen Moderation Gert Leuchtenberg übernommen hatte, von DJ Franz Arentz mit zünftigen Oldies zum Mitsingen und Mittanzen eröffnet.

Wie bereits in den Vorjahren versammelten sich dazu Vortragende und Besucher im überdachten Eingangsbereich des Tierparks und waren so einigermaßen vor den Kapriolen des Wetters geschützt. Das konnte ohnehin der guten Laune nicht viel anhaben, denn wie Hein Engelhard in einem Gedicht über die Mösche (hochdeutsch: Spatzen) konstatierte: „Die Öcher sönd jot drop, selvs wenn et fleddig Weär es.”

Mit großem Jubel wurde Heini Mercks, der „Star-Gast” des Nachmittags, begrüßt, der in seiner unnachahmlichen Art für viel Gelächter sorgte. Selbstverständlich gehörte auch die traditionelle Tierparkführung unter Leitung von Graf-Rudolf dazu,.

Bei den Vorträgen zeigte Sibille Schiffers mit ihrer Übertragung der indianischen Legende von der Entstehung der Pferde ins Öcher Platt, dass sich das heimische Idiom nicht nur eignet, um Heiteres, Komisches oder Burleskes zu transportieren.

Gert Leuchtenberg schloss eine schmerzliche Lücke mit seinem Vortrag des Lennet-Kann-Liedchens. Denn der Text dieser Öcher Hymne weist ein gravierendes Manko auf: Er ist in Hochdeutsch geschrieben. Für Abhilfe sorgte Hein Engelhard, der dem Öcher Original auch zu Öcher Versen verhalf.

Für helle Freude sorgte Änne Kemmerich, die einen Text von Öcher-Platt-Präsident Richard Wollgarten mit dem Titel „Der ieschde Kerchjangk” vortrug. Darin wird beschrieben, wie ein kleines Kind anno dazumal den Besuch einer Messe nach dem alten Ritus erlebte - und missverstand, wie etwa beim Einzug des Zelebranten: „Heä stolzieret ereen met e Kleäd wie en Schötzekönnegen”.

Mit weiteren Vorträgen von Günter Dülken, Cläre Müller, Luise Kohl, Resi Hellmann, Hein Schiffers, Markus Krings, Willi Gießbertz, Elfriede Schulz, Anita Volders und Irmgard Farber fand eine vergnügliche und kurzweilige Kaffeevisite im Aachener Tierpark ihr Ende.
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