Aachen - Im Stadtbad gibt‘s wieder jede Menge „Wasser“

Im Stadtbad gibt‘s wieder jede Menge „Wasser“

Von: cjk
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Platz ist sogar in einer halben Badewanne: Wolfgang Becker füllt mit den Künstlern Sigrid von Lintig, Wolfgang von Contzen und Daniel Rothbart (von links) das Stadtbad wieder mit Leben. Foto: Corinna-Jasmin Kopsch

Aachen. Die drei Künstler haben eines gemeinsam: Sie sind vom Wasser fasziniert. Jeder setzt das Thema jedoch auf eigene Weise um: In Gemälden, Fotografien und in Videos. Sigrid von Lintig, Wolfgang von Contzen und Daniel Rothbart zeigen ihre Kunstwerke im Rahmen der Ausstellung „Wasser“ im frisch renovierten Stadtbad.

Kunsthistoriker Wolfgang Becker, ehemaliger Direktor des Ludwig Forums, hatte gemeinsam mit Asgar Adami, Designer und Besitzer Gebäudes, die Idee, das Gebäude nach der Renovierung mit einer Ausstellung zu eröffnen. Das Thema „Wasser“ war naheliegend und daher schnell gefunden.

Die Funktion bleibt sichtbar

Die Fotografien und Gemälde sowie die gezeigten Videos fügen sich in das Gebäude am Blücherplatz 24 ein. Adami legte bei der Gestaltung der Innenräume Wert darauf, dass die ehemalige Funktion des Gebäudes sichtbar bleibt. Das Stadtbad wurde in den 1930er Jahren für den ärmeren Teil der Bevölkerung erbaut, die dort der Körperpflege nachgingen

. Ende der 1980er Jahre kaufte Adami das Stadtbad und wollte es damals bereits als einen „Ort der Kunst“ einrichten. Da dies aufgrund der Erkrankung eines Galeristen damals nicht möglich war, wurde das Gebäude zwischenzeitlich als Kindergarten genutzt. Als es im Jahr 2014 wieder frei wurde, entschloss Adami sich, seinen alten Plan umzusetzen. „Mir fiel meine alte Idee wieder ein und ich dachte, wenn ich sie jetzt nicht umsetze, werde ich das nie mehr tun.“

In mühevoller Arbeit hat er während der Renovierung Gegenstände des ehemaligen Stadtbads im Gebäude eingebaut – so dienen beispielsweise umgebaute Duschköpfe als Lampen und die Knäufe, die in den Duschen zur Einstellung der Wassertemperatur genutzt wurden, als Türknäufe. „Hier ist eine schöne Atmosphäre entstanden, in dem der alte Geist des Gebäudes belebt wurde“, schwärmt Adami. Eine Ausstellung zum Thema Wasser zur Neueröffnung des Gebäudes passe sich da optimal ein.

Mit Hilfe von Wolfgang Becker hat er die Künstler ausgesucht und kontaktiert, die gern bereit waren, ihre Werke zur Ausstellung zur Verfügung zu stellen. „Das Gebäude an sich ist bereits ein Gesamtkunstwerk“, erzählt Wahl-Aachenerin Sigrid von Lintig.

„Unsere Kunstwerke korrespondieren gut miteinander und mit dem Gebäude.“ Seit dem Jahr 2011 malt sie großformatige Bilder von Menschen im Element Wasser. „Ich fühle mich dem Wasser bereits seit meiner Kindheit verbunden und setze diese Begeisterung nun in Gemälden um.“ Zwei dieser Gemälde, eines aus dem Jahr 2011 und eines, das vor kurzem fertiggestellt wurde, sind nun im Stadtbad zu bewundern. Die Gemälde basieren auf Fotoserien, die von Lintig selbst erstellt.

Ebenfalls zu sehen sind Fotografien von Wolfgang von Contzen, der in Mönchengladbach lebt. Sie zeigen Landschaftsaufnahmen vom Rhein an verschiedenen Stellen „von der Quelle bis zur Mündung“. Diese sind auf verschiedenen Reisen entstanden, berichtet von Contzen. „Ich halte bei diesen Reisen vor allem vom Menschen veränderte Landschaften fest“, fügt er hinzu.

Abgerundet wird die Ausstellung durch Videos vom New Yorker Daniel Rothbart, der bereits zuvor mit Wolfgang Becker zusammenarbeitete. Eines der Videos zeigt die „dunkle Seite davon, wenn Menschen Wasser dominieren wollen“, erzählt Rothbart. Zu sehen sind unter anderem Aufnahmen der Niagarafälle, an denen „der Wasserfluss nachts deutlich gedrosselt wird, damit tagsüber für die Touristen dort weiter genug Wasser herabstürzt“.

Ab Sonntag, 28. August, 12 Uhr, bis einschließlich Sonntag, 18. September, ist die Ausstellung dem Publikum zugänglich, jeweils donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr. Daran anschließend soll das ehemalige Stadtbad weiter künstlerisch genutzt werden – für Veranstaltungen, weitere Ausstellungen sowie als Arbeitsraum.

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