Im Regenmantel auf dem Erntewagen

Von: Nina Krüsmann
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Erntedank mit Schal und warmer Mütze: Auch die Kinder hatten ihrem Spaß beim großen Umzug in Walheim. Foto: Martin Ratajczak
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Nicht nur viele Traktoren waren unterwegs, manche Kutsche kam auch mit weniger Pferdestärken aus. Foto: Martin Ratajczak
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Ein echter Hingucker: das mit Sonnenblumen geschmückte Eselchen und seine junge Reiterin. Foto: Martin Ratajczak
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Auch Falkner und ihre Vögel waren im Zug mit unterwegs. Foto: Martin Ratajczak

Walheim. Punkt 11.11 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung, und angesichts feuchten Wetters und fröhlicher Stimmung könnte man sich fühlen wie am Rosenmontag – aber es ist Erntedankfest in Walheim. 85 Zugnummern zählt der große Festumzug am Sonntagmittag, traditionell der Höhepunkt des Erntedankwochenendes.

Nach einem Dankgottesdienst in der Pfarrkirche St. Anna machen sich Fußgruppen, Wagen und Musikzüge auf durch die Straßen des kleinen Ortes. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Walheim koordinieren den Ablauf vor und während des Zuges, an jeder Straßenecke trifft man auf bekannte Gesichter.

Die Aachener Stadtreiter führen den Zug an, gleich danach folgt die Kutsche mit Bezirksbürgermeister Eberhard Büchel. Alte Traktoren und Unimogs, mit Kürbissen und Sonnenblumen liebevoll geschmückte Anhänger, Pferdegespanne, Fußgruppen und Musikanten folgen in buntem Wechsel.

Zum 15. Mal dabei sind Heiko und Irmgard Klug aus Lüdenscheid mit ihrem Schweizer Sennenhund Balou. Überall an den Kreuzungen ist am meisten los, Nachbarn und Freundeskreise stehen beisammen, warme Kleidung und Schirme schützen vor dem Regen, von dem sich niemand die Freude nehmen lässt.

Die Mädchen und Jungen der Kindergärten mischen sich in das bunte Treiben, verteilen Äpfel und Möhren an die Zuschauer. Sogar Apfelsaft und Federweißer werden verkostet, und Blumensamen für den heimischen Garten gibt es obendrauf.

Für Musik ist gesorgt

Das Trommler und Pfeiferkorps Edelweiß Walheim, der Spielmannszug Grün Weiß Eschweiler, der Spielmannszug Walhorn und der Königliche Spielleuteverein Raeren sorgen für den guten Ton.

1992 hat die Gemeinde St. Anna Walheim den schönen Brauch, Gott für die Gaben der Schöpfung zu danken, nach 30 Jahren wieder aufgenommen. Anfangs war der sonntägliche Erntedankzug noch kurz, aber Jahr für Jahr beteiligen sich mehr Mitwirkende – inzwischen ist der Umzug Kult und weit über Walheim hinaus bekannt und beliebt. Nicht nur aus dem Aachener Süden und der näheren Umgebung stammen die Teilnehmer, sondern teilweise aus Köln, Pulheim, Euskirchen und sogar aus dem benachbarten Ausland.

Die mit den Früchten des Gartens geschmückten Handkarren, die prächtig herausgebrachten Pferdegespanne, die restaurierten Traktoren und die historischen Erntegeräte werden begleitet von Kindergruppen mit gefüllten Gemüsekörben und allerlei Haus- und Hoftieren. Vom Minipony bis zum mächtigen Vierspänner mit schweren Kaltblütern, vom Hunde- zum Ziegen- und Eselgespann reicht die Palette der traditionellen Anspannungsarten.

Das Spektrum vom ländlichen Leben auf dem Bauernhof wird von Schafen und einer kleinen Falknergruppe mit ihren prächtigen Greifvögeln komplettiert.

Nach dem Umzug durch die Straßen Walheims kehren Teilnehmer wie Zuschauer stets im stimmungsvoll geschmückten Festzelt hinter dem Jakob- Büchel Haus an der Prämienstraße ein. Bei zünftiger Musik und kulinarischen Spezialitäten aus Bayern genießen alle den Frühschoppen. Bei einer großen Präsentation konnte man sich darüber hinaus über landwirtschaftliche Technik im Wandel der Jahre informieren.

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