Aachen - Im Preuswald will die SPD die große Keule schwingen

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Im Preuswald will die SPD die große Keule schwingen

Von: Werner Breuer
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Aachen. Im Südwesten nichts Neues – so etwa sieht die SPD die Entwicklung in der Siedlung Preuswald. „Es ist nicht das geschehen, was versprochen wurde“, bemängelt Karl Schultheis, der wirtschaftspolitische Sprecher der Sozialdemokraten.

Und versprochen habe die Deutsche Annington, die dort die meisten Immobilien nach einem Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt bewirtschaftet, so allerhand, meint SPD-Ratsherr Manfred Bausch. Eine angekündigte „Zukunftswerkstatt“ habe es nie gegeben. Auch die Ansiedlung eines Discounters komme nicht recht voran, weil die Verwaltung sich wegen „Überlastung“ nicht in der Lage sehe, das Genehmigungsverfahren flott über die Bühne zu bringen.

Die Anbindung an das Busnetz könnte ebenfalls besser sein, wenn die Linie 24 eine kleine Schleife durch die Siedlung fahre. „Wird aber nicht umgesetzt“, moniert Bausch. Das Schicksal des Schwimmbads im Preuswald hält er für „nicht prioritär, aber symbolisch“: Ohne das Engagement des Stadtsportbunds (SSB) wäre das Bad nach seiner Ansicht „längst abgewickelt“ worden.

In Betrieb ist es derzeit allerdings auch nicht, was OB-Kandidat Björn Jansen erklären kann: „Wir übernehmen das Bad erst, wenn die Annington die elektrotechnischen Anlagen in Ordnung gebracht hat“, betont Jansen in seiner Rolle als Vorsitzender des Stadtsportbunds. Nach Proben des Gesundheitsamtes sei die Einrichtung hygienisch in Ordnung, aber die Elektro-Sanierung ziehe sich wohl noch einige Wochen hin.

Die Bereitschaft der Annington, sich bei der Sanierung des Bades zu engagieren, sieht Jansen mit gemischten Gefühlen. „Wir dürfen uns von dem Entgegenkommen nicht blenden lassen“, warnt der Sozialdemokrat. Denn viele andere Baustellen im Wohnquartier gehe das Unternehmen nicht wirklich an. Jansen sieht unter anderem bei der Ladenzeile einen großen Sanierungsbedarf. Vor allem aber müsste in die Wohnungen investiert werden. „Viel Substanz wird da nicht gepflegt“, moniert Jansen.

„Da muss Dampf gemacht werden“, findet auch Schultheis und verweist auf den Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt. Die könne auf Dauer nicht zusehen, „wie städtisches Eigentum verkommt“, meint Ratsherr Bausch. Nach Ansicht der Sozialdemokraten ist es an der Zeit, „Rechtsmittel einzulegen“. Sie wollen die Annington mit einer Klage zur Sanierung zwingen. „Wenn es im Guten nicht geht“, meint Schultheis, „dann muss es eben anders gemacht werden.“

Ansatzpunkte dafür sieht er im neuen Wohnungsaufsichtsgesetz, mit denen die Landesregierung den Kommunen mehr Möglichkeiten geben will, gegen die Vernachlässigung von Wohnraum und sanierungsunwillige Vermieter vorzugehen. Dabei wissen auch die Sozialdemokraten, dass eine juristische Auseinandersetzung einige Zeit in Anspruch nehmen würde. Manfred Bausch setzt allerdings darauf, dass „allein schon eine Klage eine gewisse Wirkung“ haben könnte.

Und wirken müsste es nach Ansicht der SPD schnell. Der Preuswald sei eigentlich „ein schönes Wohngebiet“, findet Björn Jansen. Die Siedlung liege im Grünen, und doch sei man mit dem Bus in einer knappen Viertelstunde in der Innenstadt. „Ein sozialer Brennpunkt ist es zum Glück noch nicht“, sagt der OB-Kandidat. Sein Parteifreund Bausch warnt jedoch vor eine „Abwärtsspirale“. Wenn nichts geschehe, leide das Image des Wohnquartiers.

Über dessen umstrittene Erweiterung in den Wald hinein kann man nach Ansicht der SPD zwar nachdenken. „Aber zuerst müssen die anderen Hausaufgaben gemacht werden“, so Schultheis.

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