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Im Ludwig-Forum stehen alle Zeichen auf Neuanfang

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Raum für Neues: Die neue Leiterin Brigitte Franzen hat mit dem Ludwig-Forum viel vor. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Ein paar verschnürte Pakete, Werkzeuge, ein Gabelstapler, eine große leere Halle - das könnte man auch als trist bezeichnen. Brigitte Franzen nennt es „eine spannende Situation”. Wann habe man schon mal die Chance, ein Museum leer zu sehen, um zu gucken, „was möglich ist”?

Radikaler könnte der Neuanfang im Ludwig-Forum kaum sein. Vor knapp drei Wochen hat Brigitte Franzen die Leitung des Hauses an der Jülicher Straße übernommen und es erstmal ausräumen lassen. Für das, was die 42-Jährige vorhat, kann offenbar gar nicht genug Platz geschaffen werden.

Man müsse „kreativ über das Haus nachdenken”, sagt sie und spricht damit gleich zwei Aspekte an: Die bauliche Situation und die inhaltliche Ausrichtung.

Aachens Museumsbesucher dürfen sich also auf einige Veränderungen gefasst machen. „Pop Up” wird Franzens erste eigene Ausstellung heißen, die ab April zu sehen ist. Sie wird dafür in großen Teilen auf die vorhandene Sammlung zurückgreifen, aber auch Positionen - wie das im Fachjargon gerne genannt wird - von zehn jüngeren Künstlern präsentieren. Die Videokunst, die für alle Vorhaben im laufenden Jahr eine inhaltliche Klammer sein soll, wird gleich zum Auftakt eine wesentliche Rolle einnehmen.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es wichtig, mit der Sammlung zu arbeiten, betont Franzen, die sich mit Lamentos über einen schmalen Etat oder bauliche Mängel nicht lange aufhalten mag. Es sei ein Fundus vorhanden, „da würden sich andere die Finger nach lecken”, schwärmt sie. Das Haus biete „eine tolle Plattform”. Jetzt komme es darauf an, es abwechslungsreich zu bespielen.

„Wir wollen kein exklusiver Club sein”, sagt Franzen, die um die nicht immer zufriedenstellenden Besucherzahlen in der Vergangenheit weiß. Andererseits aber seien auch die großen „Blockbuster-Ausstellungen” reine Zuschussgeschäfte. Kunst koste nun mal Geld. „Ich glaube aber, wir sind relativ preiswert für das, was wir bieten.”

Aufbruchstimmung also an der Jülicher Straße. Wer Brigitte Franzen in ihren ersten Tagen in Aachen erlebt, hat das Gefühl, sie ist für das Ludwig-Forum so etwas wie der Barack Obama für die USA. Den Vergleich greift sie erfreut auf und wandelt dessen Wahlspruch „Yes we can” (Ja, wir können es) sogleich in ein „Yes we do” (Ja, wir machen es) ab.
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