Im Juni könnte die Kurzstrecke auf Wanderschaft gehen

Von: Werner Breuer
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Aseag bus

Aachen. Die Kurzstrecke soll wandern. Das hatte sich die Politik schon länger gewünscht, nun könnte der flexible Tarif im Busliniennetz im Sommer Wirklichkeit werden. Am Donnerstag berät darüber der Mobilitätsausschuss in seiner Funktion als Beirat des Aachener Verkehrsverbund (AVV).

Das hatte er auch schon im September 2011 getan und beschlossen, das Konzept dieses Sondertarifs „weiter zu präzisieren und im Falle einer Umsetzung auf das Gebiet des ehemaligen Kreises Aachen auszudehnen“. Schon länger hadert die Politik mit dem System der Tarifzonen, das gewisse Ungerechtigkeiten mit sich bringt: Wer mit dem Bus eine Tarifzonengrenze überquert, zahlt mehr – auch wenn die Reise nur zwei Haltestellen weiter führt.

Davon profitieren zum Beispiel Aachener, die im Bereich der Innenstadt wohnen und das Zentrum ohne Tarifzonengrenzüberschreitungen erreichen können. Pech haben hingegen jene, die ihre Fahrt in die City von einer Haltestelle aus antreten, die außerhalb dieser Zone liegt.

Das System der „wandernden Kurzstrecke“ sei „transparenter und gerechter“, meint auch AVV-Pressesprecherin Birgit Krücken. Dabei hatte der AVV vor Jahren noch eher wenig von der Einführung des Sondertarifs gehalten. Birgit Krücken erklärt das mit technischen Gründen. Damals sei es nicht möglich gewesen, „die Einstiegszone auf dem Ticket auszudrucken“.

Nun aber gibt es Möglichkeiten, im Falle einer Kontrolle auf dem Fahrschein zu erkennen, wo der Passagier zugestiegen ist. Von dort aus könnte er dann vier Haltestellen weiter fahren, unabhängig von Tarifzonen. So sehen es die Pläne vor, die in der Sitzung am Donnerstag vorgestellt werden. „Als Grundsatz gilt: Einstiegshaltestelle plus vier“, erklärt die AVV-Sprecherin.

Klingt einfach, wird aber in der Praxis mitunter etwas komplizierter. Zum Beispiel dann, wenn eine Buslinie bei der Rückfahrt auf der gleichen Straße eine Haltestelle mehr anfährt. Das Tarifangebot soll dann für beide Richtungen gleichgestellt werden. Es können auch mal weniger als vier Haltestellen sein, wenn, die Stopps weit auseinander liegen.

Die Planer gehen in ihrer Kalkulation davon aus, dass die wandernde Kurzstrecke in der Regel zwei Kilometer lang ist, in Ausnahmefällen auch bis zu 2,5 Kilometer. Und diese Streckenlänge wiederum stößt als Berechnungsgrundlage an ihre Grenzen, wenn die Kunden mit einem Vier-Fahrten Ticket unterwegs sind. Weil die Entwerter in den Fahrzeugen die Einstiegshaltestelle nicht „abbilden“ können, soll die Wanderung der Kurzstrecke zeitlich begrenzt werden. Zehn Fahrplanminuten wären dann das „primäre Kontrollmerkmal“, heißt es in der Vorlage.

Wie weit die wandernde Kurzstrecke sie bringt, sollen die Kunden künftig durch Fahrgastinformationen an den entsprechenden Haltestellen erfahren. Geplant ist zudem eine Verknüpfung mit der elektronischen Fahrplanauskunft des AVV. So könnte etwa der Fahrgast an der Haltestelle einen sogenannten QR-Code mit seinem Smartphone abscannen und so erfahren, wie weit sie von dort aus mit dem Sondertarf kommen.

Der ist „einnahmeneutral“ kalkuliert und führt laut Birgit Krücken nicht zu Mindereinnahmen. Das Ticket soll zu einem Preis von 1,50 Euro angeboten werden, das Vier-Fahrten-Ticket für fünf Euro, was einem Preis von 1,25 Euro pro Tour entsprechen würde.

Sollte die Politik die wanderende Kurzstrecke beschließen, könnte sie im Sommer eingeführt werden. Als Zeitpunkt haben die Planer den sogenannten kleinen Fahrplanwechsel im Juni im Visier.

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