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Im Ernstfall wissen die Schüler, was zu tun ist

Von: Martina Stöhr
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Einblick in den Sanitätsdienst: Thorsten Blum, DLRG (Mitte), zeigt den Schülern Pia Beckers, Laura Piasta, Fabian Melzer und Angela Frantzen was im Ernstfall zu tun ist. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Stefan Herrmann möchte einmal Medizin studieren. Da kam dem 15-Jährigen der Sanitätskurs am Einhard-Gymnasium gerade recht. Die Schule will in Kooperation mit dem Aachener Ortsverband der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) Sanitäter ausbilden, die Erste Hilfe leisten können.

35 Schüler bekundeten Interesse, 20 von ihnen nahmen jetzt am Einführungskurs teil.

Stefan Herrmann gefällt die Ausbildung. „Der Stoff war gut aufbereitet”, sagt er. Er habe schon andere Erste-Hilfe-Kurse besucht, und die seien zum Teil langweiliger gewesen. Er und die anderen Kursteilnehmer sind am Dienstag in der Schule erschienen, obwohl alle anderen frei hatten. Dort wurden sie in die Grundkenntnisse des Rettungsdienstes eingewiesen.

Das Einhard-Gymnasium habe schon vor Jahren einen Sanitätsdienst gehabt, erzählt Lars Kretschmann, Pressesprecher der DLRG. Der sei dann aber im Laufe der Jahre eingeschlafen. Der Initiative zweier Lehrerinnen sei es zu verdanken, dass die Idee jetzt neu belebt wird. Nachdem die Schüler sich in dem Einführungskurs mit den Grundkenntnissen vertraut gemacht haben, werden sie einmal wöchentlich in einer Arbeitsgemeinschaft (AG) weiter ausgebildet. Einmal im Monat kommen Sanitäter der DLRG dazu, um das Programm zu vervollständigen.

Später sollen die ausgebildeten Schüler zu Ansprechpartnern bei Unfällen werden. Sie werden jeweils mit einem Erste-Hilfe-Rucksack ausgestattet, der neben Verbandmaterial unter anderem auch Kühlkissen, Schienen für Knochenbrüche und eine Beatmungsmaske enthalten soll. Die Schulsanitäter werden im Ernstfall entscheiden, ob sie selber helfen können, oder ob der Rettungsdienst eingeschaltet werden muss.

Doch bevor es soweit ist, werden die Jungen und Mädchen noch eine Menge lernen müssen. „Sie sollen vor allem die Angst verlieren”, betont Lars Kretschmann. Denn die meisten trauen sich zunächst gar nicht zu, Erste Hilfe zu leisten. „Ich will wissen, wie man helfen kann”, sagt die 15-jährige Ina Sieberichs. Denn sie wolle nicht zu jenen gehören, die im Ernstfall nur dabei stehen, und nicht wissen, was sie tun sollen.

Stabile Seitenlage und Wiederbelebungsmaßnahmen waren nur zwei der Themen, mit denen sich die Schüler am ersten Tag beschäftigt haben. Hitzeschlag, Sonnenstich, Knochenbrüche oder allergische Reaktionen sind Beispiele für Situationen, denen die jungen Sanitäter gewachsen sein sollen.

Laut DLRG passieren an deutschen Schulen jährlich 1,3 Millionen Unfälle. Je mehr Schüler wissen, wie man Verletzungen behandelt oder einen Einsatz leitet, desto besser, meint die DLRG. Mitmachen dürfen nur Schüler ab 14 Jahren, die bereits eine Erste-Hilfe-Grundausbildung absolviert haben. Für Jugendliche wie Stefan Herrmann ist das eine willkommene Gelegenheit, sich intensiv mit der Unfallmedizin zu beschäftigen. Später einmal will er selbst als Rettungssanitäter arbeiten, bevor er dann Medizin studiert.
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