Im „Café Plattform” war diesmal großer Andrang

Von: Jan Mönch
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Weihnachten im „Café Plattform”: 80 Besucher, die meisten ohne Wohnung, waren gekommen, um gemeinsam zu feiern. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Nur die für die Musik zuständigen Gäste wurden vom Schnee daran gehindert, an Heiligabend in die Hermannstraße zu kommen. Zwei Väter und zwei Söhne aus Schleckheim hatten versprochen, unweit des Veltman-Parks mit ihren Instrumenten für besinnliche Stimmung zu sorgen. Die Witterung machte diesem Vorhaben einen wahrhaftig schneeweißen Strich durch die Rechnung.

Die anderen Gäste im „Café Plattform” haben kein Auto, viele von ihnen nicht einmal einen festen Wohnsitz. Und so erschienen die meisten der 80 Besucher, die sich bei Einrichtungsleiterin Simone Holzapfel angemeldet hatten, und läuteten in dem Treffpunkt für Wohnungslose eben mit Klängen aus der Tonkonserve den gemeinsamen Abend ein. Nicht fehlen durfte natürlich ein festlich geschmückter Weihnachtsbaum.

„Wir möchten den Leuten zeigen, dass es hier einen Platz für sie gibt. Schließlich ist Weihnachten ja ein emotional sehr stark behaftetes Fest”, weiß die Sozialarbeiterin, die den Nachmittag vor dem Heiligen Abend bereits zum achten Mal an ihrem Arbeitsplatz verbringt. „Ich finde es immer schön hier bei uns.” An der guten Stimmung habe sich im Laufe der Jahre nichts geändert, wohl aber am Andrang: 2003 habe es nur 40 Anmeldungen gegeben.

Das wirft natürlich Fragen auf, auf die es vermutlich keine einfachen Antworten gibt. Und zumindest am Heiligen Abend sollte Ursachenforschung schon deshalb keine Rolle spielen. Gesprächsthema Nummer eins im Café Plattform ist - wie überall - das dichte Schneekleid, in das die Außenwelt gehüllt wurde; die jüngsten Eindrücke und Erlebnisse werden - wie es überall sein sollte - bei gutem Essen ausgetauscht.

Leckeres Essen

Denn anders als bei der musikalischen Komponente muss für die kulinarische nicht auf Konserven zurückgegriffen werden. Rouladen, Rotkohl und Spätzle hat die ZVA-Hilfsaktion „Menschen helfen Menschen” gestiftet. Am ersten und am zweiten Weihnachtstag standen Sauerbraten und Rosenkohl sowie Hähnchen mit Reis, finanziert von der Tecta GmbH, auf der Speisekarte.
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