Im Alleingang bestimmt hier kein Arzt die Therapie

Von: Juliane Kern
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Höchste Sicherheitsstandards: Im Reinraumlabor der Aquis Apotheke stellen Pharmazeutisch-Technische Assistenten Medikamente für Krebspatienten her. Die Infusionslösungen werden nach den Maßgaben der Ärzte im Luisenhospital und in der onkologischen Schwerpunktpraxis W 8 am Behandlungstag selbst zusammengestellt. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Vom Luisenhospital zur onkologischen Schwerpunktpraxis W8 und zum Reinraumlabor der Aquis Apotheke sind es nur ein paar Schritte.

Die Hausnummern 6, 8 und 10 der Weberstraße sind aber nicht nur ein äußeres Zeichen für die räumliche Nähe aller für eine Krebstherapie notwendigen Einrichtungen, sie stehen auch für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus, Labor und Praxis.

Am Montagmorgen stellten Vertreter der drei Einrichtungen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt die Kooperation vor.

Mit der Entwicklung eines Modells für die Zusammenarbeit zwischen dem Krankenhaus und den niedergelassenen Onkologen begannen Vorstand und Ärzte des Luisenhospitals bereits vor sechs Jahren, seit März 2007 befindet sich die Schwerpunktpraxis in unmittelbarer Nähe des Luisenhospitals.

Individuelle Medikamente

Im Herbst vergangenen Jahres richtete die Aquis Apotheke dann auf dem Gelände des Luisenhospitals ein hochmodernes Reinraumlabor ein. Hier können die Infusionslösungen für Krebspatienten am Behandlungstag individuell produziert werden. Die Menge und Konzentration der Wirkstoffe können die behandelnden Ärzte so auf den akuten Gesundheitszustand des Patienten abstimmen.

Krebspatienten, die immer häufiger (auch) ambulant behandelt werden, profitieren von der Kooperation zwischen Krankenhaus, Labor und Praxis gleich in mehrfacher Hinsicht: Vor Therapiebeginn sprechen die Ärzte die Behandlungsschritte genau ab, die Patienten werden dann gemeinsam und verbindlich über die Therapie informiert.

Regelmäßige gemeinsame Visiten und Konferenzen garantieren, dass auch im weiteren Verlauf der Behandlung kein Arzt eine Therapie im Alleingang veranlasst.

Dazu gehört auch, dass die niedergelassenen Ärzte Einblick in die Krankenakten im Luisenhospital nehmen können und umgekehrt. „Bei der gemeinsamen Behandlung der Krebspatienten überlassen wir nichts dem Zufall, für jede Behandlung gibt es ein verbindliches Konzept”, erläutert Dr. Dirk Tummes von der onkologischen Schwerpunktpraxis W8.

Teamdenken wird wichtiger

Über alle Therapieschritte, die Ärzte im Krankenhaus oder in der Schwerpunktpraxis einleiten, wird auch der Patient eingehend informiert.

Ein weiterer Vorteil: Durch die Kooperation erfahre der Patient schon vor seiner Entlassung aus dem Krankenhaus, wer ihn danach betreuen werde.

„Durch diese neu verzahnte Zusammenarbeit leisten wir einen wichtigen Beitrag, um die Versorgung von Patienten nach der Diagnose Krebs weiter zu verbessern”, bilanziert Werner Reiche vom Vorstand des Luisenhospitals.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt schloss sich dem Urteil Reiches an. Gerade im Hinblick auf den demographischen Wandel, der die Patientenzahlen stetig steigen lasse, werde eine engere Zusammenarbeit der medizinischen Einrichtungen notwendiger.

„In 25 Jahren kann und wird es kein Sektorendenken mehr geben. Um die Patienten optimal zu versorgen, ist heute und in Zukunft mehr denn je Teamdenken gefordert.”
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