ICE-Halt in Aachen würde über eine Million Euro kosten

Von: Werner Breuer
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Aachen/Berlin. Das Wichtigste an der ganzen Mahlzeit war für Bettina Herlitzius das aufschlussreiche Tischgepräch: „Es wird weiter mit Aachen als Halt des neuen ICE geplant”, berichtete Aachener Bundestagsabgeordnete der Grünen.

Herleitzius war zuvor bei einem „parlamentarischen Frühstück”, zu dem sich am Freitag Bundestagsabgeordnete der Aachener Region mit Vertretern der Bahn AG getroffen hatten. „Viel Neues haben wir nicht erfahren”, geben die Christdemokraten Helmut Brandt, Thomas Rachel und Rudolf Henke nach der Runde zu Protokoll. Ob der ICE auf der geplanten Strecke von Frankfurt am Main nach London in Aachen hält, sei schließlich immer noch nicht entschieden.

Immerhin ist der Zug noch nicht abgefahren: „Man hat uns versichert, dass die Haltepunkte Frankfurt, Köln und Aachen gleichrangig geprüft werden”, so Herlitzius nach dem Treffen mit dem DB-Konzernbevollmächtigten für NRW, Reiner Latsch, und seinem Berliner Kollegen Ingulf Leuschel.

Der Stopp in Aachen würde nicht ganz billig, weil für den ICE wegen der Tunneldurchquerung und der Angst vor Anschlägen am Hauptbahnhof eine Sicherheitszone eingerichtet werden müsste.

Die Umbaukosten am Gleis 9 bezifferte Latsch nach angaben von Herlitzius auf über eine Million Euro. Den Bau einer Überdachung veranschlage der DB-Vertreter auf 600.000 Euro. Alleine dafür fordere die Bahn 200.000 Unterstützung von Stadt, Bund und Land. Denkbar sei zwar auch eine kleine Umbauvariante ohne Dach, allerdings nur als Übergangslösung.

„Überhaupt ein Haltepunkt ist besser als ein schönerer Haltepunkt, der aber dann an fehlenden Investitionsmitteln scheitert”, meinen Brandt, Henke und Rachel. Der Stopp in Aachen muss nach Meinung der CDU-Abgeordneten „ab der ersten ICE-Verbindung eingerichtet sein, die nach London führt”.

Ihre grüne Mitstreiterin Herlitzius teilt die Einschätzung der Christdemokraten, dass am Frühstückstisch wenig neue Erkenntnisse zu gewinnen waren. „Selbst die Frage nach der endgültigen Genehmigung zur Tunneldurchfahrt wird, entgegen früherer Meldungen, erst im Juni oder Juli geklärt werden.”
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