Aachen - Hundert-Prozent-Ergebnis für Elisabeth Paul

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Hundert-Prozent-Ergebnis für Elisabeth Paul

Von: Marcus Erberich
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Elisabeth Paul, einstimmig gewählte Kandidatin für die Städteregion, erhält von Bettina Herlitzius (r.) einen Strauß. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Ein Raunen ging durch den Raum, als das Ergebnis der Wahl verlesen wurde, dann lauter Beifall: 37 gültige Stimmzettel, davon 37 Mal „Ja“ zu Elisabeth Paul. Die 64-jährige Grünen-Politikerin wurde von ihren Parteifreundinnen und -freunden im Rahmen der Mitgliederversammlung jetzt einstimmig als Kandidatin für die Wahl des Städteregionsrates ausgesucht – einen Gegenkandidaten gab es nicht.

„Ein echt sozialistisches Ergebnis“, scherzte sie, um gleich darauf anzuschließen: „Vielen Dank für Euer Vertrauen!“

Paul wird am 25. Mai bei der Wahl zum Städteregionsrat unter anderem gegen Helmut Etschenberg (CDU) antreten, der die erste Wahl im Jahr 2009 für sich entschieden hatte. Wobei Paul in den letzten Wochen mehrfach betont hatte, dass sie im Fall ihrer Kandidatur nicht ausdrücklich gegen Etschenberg arbeiten, sondern sich konsequent für grüne Inhalte einsetzen wolle.

Für alle Koalitionen

Was aber nicht bedeute, dass sie einen Koalitionswahlkampf führen werde – Paul zeigt sich offen für alle denkbaren Koalitionen. Etschenberg bescheinigt sie, vor allem in der Anfangsphase, als es Dissonanzen zwischen Stadt Aachen und der neuen Städteregion gab, gute Arbeit geleistet zu haben.

Auf den „engagierten und lustvollen Wahlkampf“ und die damit in Verbindung stehenden Diskussionen freue sie sich schon besonders, sagte Paul nach ihrer Ernennung zur Grünen-Spitzenkandidatin. Ungeübt im Umgang mit den Geflechten der lokalen Politik ist sie freilich nicht, ganz im Gegenteil: Paul blickt auf lange Jahre als Kommunalpolitikerin zurück, ebenso auf fünf Jahre Einsatz für die Städteregion – zuerst als eine der beiden Fraktionsvorsitzenden und seit Juli 2011 als stellvertretende Städteregionsrätin.

Weit oben auf Pauls politischer Agenda steht die Schul- und Bildungspolitik. „Jeder führt es auf den Lippen, wir machen‘s“, gibt sie sich kämpferisch. Bedeutet konkret: Internationale Förderklassen für Kinder aus Migrationsfamilien – vor allem aus Flüchtlingsländern – sowie die Schulsozialarbeit will sie erhalten und weiter ausbauen. Für Benachteiligte und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte will sie generell eine stärkere „Willkommenskultur“ etablieren: „Wir wollen Flüchtlinge aufnehmen, aber dann muss man auch was tun“, sagt sie.

Außerdem will sie sich dafür einsetzen, den Übergang von der Schule in den Beruf zu erleichtern – egal, ob vom Gymnasium oder der Hauptschule. Das könne zum Beispiel durch mehr gezielte Schülerpraktika und Kooperationen zwischen Schulen und Ausbildungsbetrieben passieren.

Weiterhin will sich Paul für eine umweltfreundliche Mobilität starkmachen – unter anderem für den Ausbau des Euregiobahn-Netzes. Und dass der Radschnellweg von Aachen über Herzogenrath nach Heerlen nun auf einem guten Weg sei, freue sie „als leidenschaftliche Radfahrerin“ besonders. Das vollständige Wahlprogramm der Grünen wird derzeit noch erarbeitet, auf einer Mitgliederversammlung am 20. Februar soll es verabschiedet werden.

Viele Umarmungen

Als Geschenk für die gewonnene Wahl erhielt Elisabeth Paul neben vielen herzlichen Umarmungen auch einen Blumenstrauß. Der Ausgang der Abstimmung sei durchaus als Dankeschön zu werten, sagte Bettina Herlitzius, Vorstandsvorsitzende des grünen Kreisverbandes: „Und als das Ergebnis Deiner Arbeit in den letzten Jahren.“

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