Hotelketten liegen in Lauerstellung

Von: Gerald Eimer
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Aktuell kursieren Pläne für fünf neue Häuser in der Innenstadt. Verkehrsdirektor Werner Schlösserwäre froh, wenn endlich Taten folgen würden.

Aachen. Es scheint, als komme Aachens Kur- und Verkehrsdirektor Werner Schlösser seinem Ziel langsam näher. Seit knapp vier Jahren wiederholt er gebetsmühlenartig seine Forderung nach neuen Hotels, denn langfristig benötige die Stadt nach einer Bedarfsanalyse aus dem Jahr 2007 knapp 1000 zusätzliche Zimmer. Derzeit kursieren Pläne für fünf neue Hotels in der Innenstadt.

Erst vor wenigen Tagen gab der Baukonzern Strabag bekannt, am Büchel einem Hotelbau den Vorzug gegenüber einer zunächst geplanten Einkaufslandschaft geben zu wollen. Offenes Geheimnis ist es, dass es die französische B&B-Kette, unter anderem im Gewerbegebiet Würselen vertreten, in die Aachener Innenstadt zieht. Konkurrenz könnte das Hotel im sogenannten Economy-Segment am Theater bekommen: Interesse am Standort Kapuzinergraben signalisiert die höchst erfolgreiche deutsche Kette „Motel One”. Und auch eine Billigkette strebt in die Innenstadt: Etap hat ein Auge auf einen seit längerem leerstehenden Bau an der Schumacherstraße in unmittelbarer Nachbarschaft des Novotel an der Peterstraße geworfen.

Es gehöre zur neuen Strategie der Ein- bis Zwei-Sterne-Häuser, in die Innenstädte reinzugehen, weiß auch Schlösser. „Der Markt boomt”, sagt er, denn nicht nur Tagestouristen seien „preissensibler geworden”. Auch Kongress- oder Messebesucher würden zunehmend knapper kalkulieren und Häuser mit einem günstigen Preis-Leistungsverhältnis buchen.

„Wir brauchen alles, bis auf ein Fünf-Sterne-Haus - da haben wir eins und das reicht”, sagt Schlösser. Er wäre froh, wenn wenigstens ein Vorhaben endlich verwirklicht würde. Denn bislang sei nichts in „trockenen Tüchern”. Und seinen Erfahrungen der letzten Jahre nach, „geht die Hälfte der Planungen wieder baden”.

Die Zeit drängt jedoch - vor allem mit Blick auf die Campus-Planungen von Stadt und RWTH. Eine wachsende Hochschule werde der Stadt auch weitere Kongresse und Tagungen mit entsprechendem Bedarf für Konferenzräume und Hotelzimmer im Drei- und Vier-Sterne-Bereich bescheren. Als Standorte sind aktuell die Sandkaulstraße sowie der alte Tivoli an der Krefelder Straße im Gespräch, wo ein Ableger der Hilton-Gruppe Interesse zeigt.

Die Planungen für ein gehobenes 140-Zimmer-Haus an der Sandkaulstraße reichen schon Jahre zurück. Dass sie sich solange hinziehen, habe laut Schlösser mit der „sehr komplizierten” Branche zu tun. Angefangen vom Investor bis hin zum Mieter und Betreiber müssten für eine Hotelinvestition mindestens sechs Partner an einen Tisch gebracht werden, sagt er. Weil die Materie so komplex sei. höre man von manchen Hotelplänen nie wieder etwas: So geschehen etwa an der Debyestraße, am alten Finanzamtsgelände Beverstraße und auch am Wertz-Gelände am Hohenzollernplatz.

Während vor allem kleinere private Hotelbetriebe die Konkurrenz durch große Ketten fürchten und um ihre Existenz bangen, hofft Schlösser, dass den jetzigen Planungen endlich Taten folgen: „Seit der Eröffnung des Novotel ist nichts mehr dazugekommen”, sagt er - und das war vor sieben Jahren.
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