Aachen - Hotelbesitzerin wurde von Polizei gefesselt und abgeführt

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Hotelbesitzerin wurde von Polizei gefesselt und abgeführt

Von: Wolfgang Schumacher
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Doris Schmitz-Kück vor ihrem Hotel am Bahnhofplatz: Viel Zuspruch von Nachbarn. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die ganze Sache könnte beinahe als eine ärgerliche Justizposse durchgehen, ja wenn der Fall nicht so gravierend negativ in der Außendarstellung der hiesigen Vollzugsbehörden wäre. Weil die Inhaberin des „Hotels Am Bahnhof“, Doris Schmitz-Kück, im Juli 2012 bei einer lautstarken Auseinandersetzung in und vor dem benachbarten Obdachlosen-Wohnheim eingriff, hat sie seit Mai dieses Jahres einen Strafbefehl über 4800 Euro auf dem Tisch liegen – angeblich wegen „falscher Beschuldigung“.

Noch deutlich sind die Abdruck-Male an ihren Handgelenken zu sehen, die von ihrer Festnahme herrühren. Denn die Polizei in Gestalt einer jungen Beamtin hatte an diesem Sommernachmittag die Hotelbesitzerin wie eine Diebin in Handschellen abgeführt, in den Streifenwagen verfrachtet und erst am Elisenbrunnen wieder frei gelassen.

„Sie sind dann sogar ins Hotel zu meinem Mitarbeiter gegangen und haben gedroht, er solle froh sein, dass er nicht gleichfalls einen Platzverweis abbekomme“, berichtete sie noch am Mittwoch empört unserer Zeitung.

Wie es zu jener Polizeiaktion kam, können sich sie selber und diverse Zuschauer bis heute nicht erklären. Und doch muss sich die Frau, die seit 26 Jahren das Hotel am Bahnhof führt, vor dem Amtsgericht gegen die Vorwürfe wehren, seit August wird dort vor Richterin Andrea Rösch wegen dieser vermeintlich „falschen Beschuldigung“ verhandelt.

Gegenstände flogen

Passiert war im letzten Jahr vor dem Obdachlosenheim Folgendes, wie die Geschädigte anwaltlich in der Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Polizistin vortragen ließ. „Am 21.07. 2012“, schrieb Anwalt Peter Schäfer an den Polizeipräsidenten, „bemerkte meine Mandantin, dass in der Bahnhofstraße Gegenstände aus einem Haus auf die Straße geworfen wurden.“

Dort in der Bahnhofstraße vor dem Obdachlosenheim habe es bereits einen Menschenauflauf gegeben. Die resolute Frau stellte sich auf die Straße und regelte zuerst einmal den Verkehr, wie sie berichtete: „Ich warnte einen Lieferwagen von Nobis vor den fliegenden Teilen“, erzählte sie.

Dann kam es dicke, dann kam nämlich der Ärger mit der Polizei. Als sie die eingetroffene Beamtin gebeten habe, doch umgehend in das Haus zu gehen und einzugreifen, habe diese sie nur „unwirsch zurückgewiesen““, wie sie auch anwaltlich vortragen ließ. Darüber hinaus kam es jedoch noch schlimmer. Als sie der jungen Frau sagte, sie sei eine rechtschaffene und steuerzahlende Bürgerin, da habe diese nur gelacht.

Was dann kam, berichtete die Hotelbesitzerin am Mittwoch, kann öffentlich nicht wiedergegeben werden, denn es grenzt an den Tatbestand der Volksverhetzung. Sinngemäß aber habe die Polizistin geäußert, dass sie doch wohl niemals in der Lage sei, Steuern zu zahlen. Die Beamtin hatte die Frau anscheinend dem Klientel der dortigen Unterkunft zugeordnet. Dann fesselte man ihr die Hände auf den Rücken und führte sie ab, „meine Mandantin hatte erhebliche Schmerzen und Hämatome“, schrieb der Anwalt später.

Wie ein Bummerang

Und ab da kam der staatliche Bummerang mit voller Wucht zurück. Nach der Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen die Polizistin leitete die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen falscher Beschuldigung ein, ob das von der Polizei veranlasst wurde, weiß man jedoch nicht.

So ging zunächst der besagte Strafbefehl hinaus, den die jetzt zum wiederholten Mal von den Behörden ins schlechte Licht gesetzte Bürgerin empört zurückwies. Sie muss nun auf Gerechtigkeit durch Justitia hoffen, die sich in Gestalt von Richterin Rösch eine Vielzahl von Zeugen angehört hat und noch anhören wird.

Doris Schmitz-Kück gab sich am Mittwoch sicher, dass sie am Tag des Urteils am 6. November (ab 13 Uhr, Justizzentrum, Raum A.2004) endlich aufatmen kann .

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