Aachen - Hotel im Obergeschoss der „Bel Etage”?

Hotel im Obergeschoss der „Bel Etage”?

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Der Architektenentwurf von Benthem/Crouwel soll verwirklicht werden. Nur im Obergeschoss wird die Nutzung anders. Grafik: Benthem/Crouwel

Aachen. Die am Büchel anstelle des abgetakelten Parkhauses geplante Einkaufsmeile „Bel Etage” hat in letzter Zeit für allerlei Spekulationen gesorgt. Angesichts der Wirtschaftskrise wurde um die Millionen-Investition der Kölner Immobilienentwickler Strabag Real Estate gebangt. Kommt die Bel Etage oder kommt sie nicht, hieß die Preisfrage.

Jetzt gab es ein erneutes Gespräch der Kölner mit der Aachener Bauverwaltung. Fazit: Es bleibt bei der beantragten Planung, es wird sich architektonisch nichts ändern. „Nur bei der Nutzung der Obergeschosse”, erklärte am Freitag der zuständige Bereichsleiter der Strabag, Prokurist Rainer Maria Schäfer, „haben sich Änderungen ergeben”.

Und der ins Auge gefasste Abrisstermin für das Büchelparkhaus wurde von Herbst dieses Jahres auf den Januar 2012 verschoben. Schöner Nebeneffekt für die Parkhausgesellschaft Apag: Sie kann das lukrative Weihnachtsgeschäft noch mitnehmen. Schäfer kündigte am Freitag an, dass die für die Obergeschosse vorgesehenen Gastronomie-und Einzelhandelsbereiche so nicht verwirklicht werden können.

Dem Bedarf anpassen

„Wir mussten die möglichen Nutzungen dem Bedarf anpassen”, so Schäfer. Die Pläne habe er der Beigeordneten Gisela Nacken vorgetragen, sie würden jetzt zeitnah den politischen Gremien vorgelegt. Der geplante Besatz der neuen Einkaufsgalerie im Erdgeschoss mit einem vielfältigen Handelsangebot bleibe von den Änderungen unberührt, das gelte ebenso für die Stellplätze im Untergeschoss des Gebäudes.

Der erstplatzierte Entwurf der Architekten Benthem/Crouwel hatte ursprünglich auf zwei Etagen und rund 8000 Quadratmetern Fläche einen Mix von Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen. Das scheint mittlerweile an dieser Stelle einfach zu viel zu sein. Am Rande war zu hören, dass auch eventuell eine Hotelnutzung im Gespräch ist.

Der Clou des Gebäudes und die echte „bel etage” (schönes Stockwerk) sollte damals, als das Vorhaben noch „Trendbox” hieß und von einer niederländischen Investorengruppe entwickelt wurde, eine schiffsdeckähnliche Freifläche auf dem Dach sein. Dort sollten zwischen Palmen und Sanddünen, so die Visionen, in des Sommers Hitze braungebrannte Hände die geschüttelten Cocktails halten. Und der Mensch, zu dem sie gehören, sollte sich mit freiem Blick auf den Chor des ehrwürdigen Domes bei feinster Gastronomie entspannen können.

Das ist jetzt vom Tisch. Letzten Ärger scheint es aber wegen der Stellplätze zu geben. Dezernentin Gisela Nacken will am Büchel wie bereits in der Ursulinerstraße auf eine Fußgängerzone zusteuern. Also will sie keine Kurzzeitparker dort haben. Das ist bei der Strabag natürlich diametral anders. Die nach dem Abriss des Parkhauses verbleibenden Stellplätze, etwa 130, sollen sowohl Dauer- wie Kurzzeitparkern zur Verfügung stehen.

Schäfer dazu: „Da haben wir verschiedene Auffassungen. Wir werden aber sicherlich einen Kompromiss finden.”
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