Aachen - Horrorunfall: Kein Alkohol im Spiel

Horrorunfall: Kein Alkohol im Spiel

Von: Heiner Hautermans
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Bei dem Verkehrsunfall auf der Trierer Straße, bei dem fünf Menschen ihr Leben verloren, hat Alkohol offenbar keine Rolle gespielt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Das Ergebnis der Blutproben ist da: Beide Fahrer, die in den furchtbaren Zusammenstoß vom vergangenen Samstag auf dem Brander Berg verwickelt waren, hatten nicht getrunken.

Polizeisprecher Paul Kemen: „Bei dem Verkehrsunfall, bei dem fünf Menschen ihr Leben verloren, hat Alkohol offenbar keine Rolle gespielt.” Die Auswertung habe ergeben, dass „keine alkoholbedingten Beeinträchtigungen vorgelegen habe.

Das Gutachten des Sachverständigen, das Aufschluss über den Hergang des Frontalcrahs geben soll, steht dagegen noch aus. Kemen: „Nach derzeitigen Erkenntnissen dürfte allein überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache gewesen sein.” Der 24-Jährige Fahrer eines Mercedes-Coupés war - wie berichtet - in der Rechtskurve hinter dem Brander Ortseingang ins Schleudern geraten und mit hohem Tempo querstehend gegen einen Opel-Kombi geprallt.

An der Unfallstelle gilt immer noch Tempo 30. Rita Klösges vom Presseamt: „Es kann sein, dass am Wochenende wieder mehr Trauernde kommen.” Immer noch werden nämlich Blumen, Kerzen oder Erinnerungsgegenstände niedergelegt. Anfangs brachten Menschen sich dabei selbst in Gefahr, bis die Stadt die Gedenkstätte auf die andere Straßenseite hinter die Leitplanke verlegte. Das habe sich bewährt, sagt Rita Klösges: „Es ist etwas entzerrt.” Die Reduzierung der Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometer auf 30 sei aber auch deswegen notwendig, weil Autofahrer stark abbremsten, um sich die Unfallstelle anzusehen. Bis Anfang nächster Woche werde es deshalb bei Tempo 30 bleiben.

Bekanntgeworden ist jetzt auch ein Versäumnis, das unmittelbar nach dem grauenhaften Geschehen passiert war. Noch vor dem Eintreffen von Polizei und Feuerwehr kamen fünf junge Leute an die Unfallstellen, denen sich ein Bild des Grauens und der Zerstörung bot. Eine 20-jährige kümmerte sich um eine Schwerverletzte in dem Opel, in dem noch zwei tote Menschen lagen. „Die eintreffenden Rettungskräfte, sicher auch von dem Ausmaß des Unglücks überfordert, gingen sehr unprofessionell mit meiner Tochter und weiteren völlig geschockten, ebenfalls größtenteils jugendlichen Ersthelfern um”, schildert der in Stolberg wohnende Vater der 20-Jährigen in einem Brief an die „Nachrichten”.

Auch nachdem die Rettungskräfte sich ein Bild von der Situation gemacht hatten, sei weder seiner Tochter noch den anderen Ersthelfern Betreuung durch Sanitäter oder ähnliches zugekommen: „Und das, obwohl ein anderes Mädchen, sie war als erste am Unfallort und hatte die Rettungskräfte verständigt, ganz offensichtlich einen schweren Schock hatte, immer wieder zu Weinen anfing und am ganzen Körper zitterte.” Am Ende sei seine Tochter mit den Worten „Dann können Sie jetzt nach Hause fahren” im einem psychischen Ausnahmezustand weggeschickt worden.Wenn nicht eine Polizisten sie beim Anfahren gestoppt hätte, wären nicht einmal ihre Personalien notiert worden. Auch in den Tagen danach sei ihr keine Hilfe zuteil geworden.

Die „Nachrichten” leiteten den Sachverhalt an die Behörden weiter, die sofort reagierten. Polizeisprecher Paul Kemen: „Wir bedauern das zutiefst. Wir bieten der Frau und den anderen Helfern jegliche Unterstützung und Betreuung an. Direkt verbunden damit ist der Dank und das Lob, wie sie sich an Ort und Stelle verhalten haben.”

Der Fall sei im Präsidium breit besprochen worden, damit „wir es beim nächsten Mal anders machen”. Allerdings sei die Situation sehr extrem gewesen. Auch Feuerwehrchef Jürgen Wolff verspricht: „So etwas wird nicht mehr passieren.” Es sei allerdings für alle Beteiligten sehr schwer gewesen.
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