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Horror-Unfall: Todesfahrer wieder auf freien Fuß gesetzt

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
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Auf dem Rücksitz dieses Opels starb am Samstagmorgen ein 25-jähriger Insasse, als ein Jeep mit hohem Tempo auffuhr. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Der Opel Corsa war so stark deformiert, dass man auf dem Rücksitz keine Überlebenschance hatte. Von dem Heck war nicht mehr viel übrig,“, schildert Thomas Held, Sprecher der Kölner Polizei, die Erkenntnisse der Ermittler nach dem furchtbaren Unfall vom Samstagmorgen auf der A44.

Dort war gegen 5 Uhr ein Geländewagen mit hoher Geschwindigkeit auf den Kleinwagen gerast, offenbar weitgehend ungebremst. In dem Opel befanden sich drei junge Männer, der 25-Jährige, der hinten saß, starb noch an der Unfallstelle, die beiden vorne wurden schwer verletzt, schwebten aber nicht in Lebensgefahr.

Beide Fahrzeuge stammten aus Frankreich, allerdings aus unterschiedlichen Regionen. Held: „Nach unseren Ermittlungen kannten sich die Personen nicht. Das war Zufall, dass sie sich hier getroffen haben.“ Der 45-jährige Fahrer des Jeep Cherokee und seine 46-jährige Begleiterin blieben bei dem Horror-Crash unverletzt. Der Mann wurde mit zur Vernehmung nach Köln genommen, dort aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Held: „Nach Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft ist er entlassen worden. Er musste eine Sicherheitsleistung hinterlegen.“ Da der Mann einen Wohnsitz nachweisen konnte, habe es keine Haftgründe gegeben.

Wie hoch die Summe war und welchen Promillewert der Mann hatte, dazu will oder kann der Polizeisprecher keine Angaben machen. „Der Fahrer des Cherokee war stark alkoholisiert, das hat zumindest zu dem Unfall beigetragen.“ Außerdem spielten bei so hohen Geschwindigkeiten auch die Gewichtsverhältnisse eine Rolle.

Auch die für eine eventuelle Untersuchungshaft wichtige Frage, weswegen gegen den 45-Jährigen, dessen Führerschein sofort beschlagnahmt wurde, ermittelt werde, kann der Kölner Polizeivertreter nicht beantworten. In Betracht kommen neben gefährlichem Eingriff in den Verkehr und Trunkenheit fahrlässige Tötung oder die mit geringeren Strafen belegte Körperverletzung mit Todesfolge. Die Antwort darauf könne die dafür zuständige Staatsanwaltschaft Aachen geben, so Held. Die konnte aber Montag nur mitteilen, dass die Akten noch nicht zu ihr gelangt sind.

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