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Höver-Haus erhält einen neuen rechten Flügel

Von: Heiner Hautermans
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Hier stand schon einmal ein größeres Gebäude: Der rechte Flügel des Johannes-Höver-Hauses kam über den Rohbau nicht hinaus und wurde 2005 abgerissen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Es ist ein Treppenwitz der Stadtgeschichte: Am Höver-Haus wird Wohnraum geschaffen, weiter 50 Studentenbuden sollen den jetzigen hinzugefügt werden.

Das ehemalige Kloster sollte Anfang der 80er Jahre abgerissen werden, um einem Appartment-Gebäude zu weichen. Das Niederlegen wurde durch eine fünfmonatige Besetzung im Jahr 1981 verhindert - das Gebäude blieb stehen und wurde in Studentenwohnungen umgebaut. Bis auf den rechten Flügel, der in kleinen Stücken an Anleger verkauft wurde - nach dem damaligen Bauherrenmodell mit Steuervergünstigungen. Unter anderem wegen Firmenpleiten wurde dieser rechte Flügel nie fertiggestellt, Prozesse wurde bis zum Bundesgerichtshof geführt.

Nach vielen Jahren des Leerstands wurde die Ruine abgerissen und eine repräsentative Eingangsgebäude errichtet. Das ist nun seinerseits abgerissen worden, um Platz für den Neubau zu schaffen. 57 Wohneinheiten werden jetzt durch ein großes Heinsberger Bauunternehmen hochgezogen. Das Vorhaben an der Rütscher Straße ist gleichzeitig ein Symbol. An vielen Stellen der Stadt werden derzeit Neubauten errichtet, nicht nur für Studenten. An zahlreichen Stellen werden dabei hässliche Baulücken geschlossen.

Aachen steht jetzt schon hoch bei Studenten im Kurs, derzeit werde an die 47 000 Studierende gezählt. Die Zahl könnte 2013 noch steigen, wegen des doppelten Abitur-Jahrganges und der Aussetzung der Wehrpflicht. Das hat sich auch bei den Investoren herumgesprochen, vom Steuerberater bis zum Architekten, Zahnart oder der Wohnungs- und Immobiliengesellschaften, weiß Stefan Schmitz vom Fachbereich Stadtentwicklung. 1500 Wohnplätze seien momentan in der Mache, sagt der „Lotse Bauen” der Aktion „Extraraum schaffen” und gibt einen Überblick über die Projekte. Ein Auszug: 69 Wohneinheiten für Studenten werden derzeit an der Ecke Roermonder Straße/Kaven-straße errichtet, auf dem Gelände einer ehemaligen Tankstelle.

Ebenso an der Sandkaulstraße, wo 77 Studenten einmal ihr Haupt betten können. In einer ehemaligen Tuchfabrik an der Ottostraße wird es 43 Wohnungen geben, unter anderem für Studenten. 58 Appartments entstehen an der Hanbrucher Straße, 33 an der Ecke Vaalser Straße/Junkerstraße, 40 weitere an der Weststraße auf dem Gelände von ehemaligen Werkstätten 64 Appartments an der Schenkendorfstraße im ehemaligen Versorgungsamt werden gerade bezogen. Für weitere Vorhaben, etwa an der Brabantstraße, gibt es Voranfragen.

Ein großes Vorhaben wird derzeit auch am Karlsgraben verwirklicht: vier Häuser mit insgesamt 5000 Quadratmeter Wohnraum für Miet- und Eigentumswohnungen und 420 Quadratmeter Gewerbefläche für Geschäfte. 16 Wohnungen sollten dort Studierenden vorbehalten werden - für Wohngemeinschaften. Denn das ist der Trend: „Studierende wollen gar nicht in Wohnheimen wohnen, sondern in Wohngemeinschaften”, sagt Dirk Reitz.

Er muss es wissen, Reitz ist Geschäftsführer des Studentenwerks Aachen, Herr über 22 Wohnheime mit rund 4600 Plätzen in Aachen und Jülich. „Bei uns liegt die Fluktuation nach dem ersten Semester bei rund 30 Prozent.” Das Studentenwerk baut ebenfalls neu. Am Kastanienweg wird neben den vorhandenen zwei Wohnanlagen eine weitere gebaut, ebenfalls eine an der Hainbuchenstraße.

Bis zu 220 Wohnungen für Studenten sollen anstelle des ehemaligen Wollforschungszentrums am Veltmanplatz entstehen. Sie werden so gebaut, dass sie später, wenn die Studentenwelle wieder abflaut, leicht zu größeren Wohnungen für Familien umgestaltet werden können.
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