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Hörgeschädigte hören im Eurogress ab sofort besser

Von: Katja Laksa
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Guter Ton: Axel Dresbach, Beatrice Karlsberg, Matthias Scheffe und Kristina Wulff (v.l.) testen die neue Schwerhörigenanlage im Eurogress. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Hörgeräte: Viele Menschen brauchen sie, doch nur wenige nutzen sie. „Viele Menschen haben Schwierigkeiten damit, sich mit dem Hörgerät anzufreunden. Sie hören viele Töne, ob direkt neben ihnen oder weiter weg, in der gleichen Lautstärke“, erklärt Matthias Scheffe. Er ist Ingenieur und hat im Eurogress dafür gesorgt, dass es hörgeschädigte Menschen leichter haben .

Eine neue Schwerhörigenanlage soll Personen mit Hörschwierigkeiten ab sofort dabei helfen, an Konferenzen, Tagungen oder Vorträgen problemlos teilzunehmen. Kinnbügelkopfhörer liegen ab sofort in der Eingangshalle des Kongresszentrums bereit und können ausgeliehen werden. Besucher mit Hörgeräten können sich sogenannte Induktionsschleifen ausleihen und sie an ihr Gerät anschließen. Beide Varianten verfügen über ein eingebautes Funksignal, welches von den Audioanlagen im Eurogress gesendet wird. Die Geräte können durch die Funkübertragung Geräusche für Menschen mit Hörproblemen aufbereiten. „Die Personen, die ein Hörgerät tragen, können so vieles besser verstehen. Sie hören nicht mehr alles aus ihrem Umfeld, sondern nur noch den Sprecher“, sagt Scheffe. Und auch Menschen, die einfach schlechter hören, ist geholfen: „Große Räume, viele Gespräche – und weg ist die Konzentration. Mit den Kinnbügelhörern können Besucher besser zuhören und sich konzentrieren.“

Um die Höranlage optimal ausnutzen zu können, wurde in allen Räumen des Kongresszentrums die Akustik und das Beschallungssystem überarbeitet. „In keinem der Säle hallt es jetzt noch“, sagt Scheffe.

Etwa zwei Jahre lang liefen die Vorbereitungen für die Anlage. Geschäftsführerin Kristina Wulf freut sich: „Mit dieser Maßnahme gehen wir nun endlich einen weiteren Schritt im Eurogress, um die Barrierefreiheit im Haus zu optimieren“. Seit einer Woche liegen dreißig Kopfhörer und zehn Empfänger bereit. Alle Geräte verfügen über sechs Empfangskanäle, die parallel gehört werden können. Auch die Lautstärke kann jeder selbst regulieren. Doch auch wenn gerade die Testphase läuft, wird noch weiter getüftelt. An der Innenseite der Infotheke soll bald eine Induktionsschleife angebracht werden. „Wir stellen ein Hinweisschild auf, so dass Hörgeräte-Träger wissen, dass sie ihr Hörgerät umstellen können und das Personal am Empfang besser verstehen“, so Scheffe. Insbesondere das Geschäft an der Abendkasse und der Garderobe soll auf diese Weise für beide Seiten einfacher gestaltet werden. „Wenn das Projekt gut anläuft, wird aufgestockt“, sagt Wulf.

Einer ist jetzt schon begeistert: Erich Stier hat die Initiative für mehr induktive Höranlagen ins Leben gerufen und auch den Aufbau der Schwerhörigenanlage im Eurogress begleitet. Er ist sich sicher: „Die Anlage ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich trage selbst ein Hörgerät und bin dankbar, dass auch hier etwas für Hörgeschädigte getan wird.“

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